Was sind Landkarten?
Ein Abbild der Welt
Wer sich in die Natur hinaus begibt, der sollte eigentlich immer wissen, wo er sich gerade aufhält. Dafür gibt es Gründe. Wie weit ist es noch zum Ziel? Wo ist der nächste Unterschlupf vor dem heranziehenden Gewitter? Wie beschreibe ich meinen Standort im Notfall? Wie heißt dieser schöne Gipfel da hinten? Was gibt es rundherum sonst noch zu sehen?
Um auf diese Fragen eine Antwort zu bekommen, gibt es ein verkleinertes Abbild unserer Welt auf Papier oder Grafik-Display: Eine Landkarte. Topografische Karten bilden eine Aufsicht der Landschaft in unterschiedlicher Verkleinerung ab. Mit tausend Augen schaut der Wanderer senkrecht auf jeden Punkt seines Karten-Ausschnittes.
So definiert es der Fachmann: „Eine topografische Karte ist ein nordgerichtetes, verkleinertes und vereinfachtes, verebnetes (zweidimensional), inhaltlich ergänztes und erläutertes Grundrissbild von Teilen der Erdoberfläche“. Norden ist immer oben, viele Informationen werden durch Symbole (Häuser, Kirchen, Brücken, Straßen, Fußpfade usw.) dargestellt. Was, was ist, erklärt hier die Karten–Legende.
Die „Mutter“ aller Landkarten in Österreich ist die Karte (ÖK) des Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen (BEV), die im Maßstab 1: 50.000 erstellt worden ist. Soll heißen: ein Zentimeter auf der Karte entsprechen 500 Metern in der Landschaft. Alle Verlage erarbeiten ihre Karten von Österreich auf der Basis der Österreichischen Karte. Keine Regel ohne Ausnahme: Das Gebiet von Rax und Schneeberg wurde im Maßstab 1: 25.000 aufgenommen und auch veröffnetlicht.
Derzeit werden die ÖK-Blätter auf den internationalen UTM-Raster umgestellt, was gleichzeitig zu einer Veränderung der Blattschnitte führt. Für Computer-Besitzer existiert auch eine DVD (Austrian Map), die gesamt Österreich in mehreren Maßstäben enthält. In jeder besseren Buchhandlung kann man sie kaufen. Eine Sache für Spezialisten, die sich mit Höhenschichtlinien und Koordinaten-Gittern auseinandersetzen und dem Thema Orientierung im Gelände mit Karte und Kompass oder GPS nähertreten wollen.
Wichtige private Karten-Verlage in Österreich sind Freytag& Berndt in Wien und der Kompass-Verlag in Innsbruck. Auch der Alpenverein legt eigene Karten auf, es gibt aber keine Niederösterreichischen. Für einfache, markierte Wanderungen genügen fast immer die Wanderkarten der Tourismusverbände. Dort sind auch die markierten Wanderungen mit passenden Routenbschreibungen und Einkehrtipps versehen.
Wichtig: Zu Hause schon einen Blick auf die Karte werfen, die Tour auf jeden Fall planen und dann erst ab ins Gelände!
Helmut Friessenbichler