Immer der Nase nach

Nicht selten ist der Bergretter ein Pelzträger – er lässt sich einen Bart rund ums Kinn wachsen. Es gibt bei der Bergrettung aber auch „vollverkleidete“ Exemplare.  Das sind die Such- und Lawinenhunde. Sie arbeiten mit ihren Hundeführern eng zusammen und sind ein perfektes Team.  16 Hundeführer mit ihren pelzigen Kameraden tun in Niederösterreich Dienst.

Wenn eine Lawine abgegangen ist oder eine Person vermisst wird, dann treten immer auch die Suchhunde des Bergrettungsdienstes auf den Plan. Denn bei jedem Gebietseinsatz werden  auch die 16 Hundeführer verständigt und beteiligen sich an der oft diffizilen Suche. Für Hund und Herrl ist das meist ein anstrengender und stressiger Job.

Suchhund und Bergretter müssen so schnell als möglich ins Einsatzgebiet gebracht werden, was auch mit Hubschrauberflügen am Seil oder Liftfahrten mit Hund am Buckel verbunden ist. Das will gelernt und oft geübt sein. An Ort und Stelle packt der Hund dann seine besten Seiten aus:  Er kann hundert Mal besser riechen als der Mensch und sucht nach einem fremden Menschengeruch, der ihm durch die Luftströmung zugetragen wird. Selbst dicke Schneeschichten sind da kein Hindernis. Sobald der Hund den Geruch wahrgenommen hat, geht er diesem nach.

Findet der Hund eine reglose Person, zeigt er dies seinem Chef durch Verbellen oder Graben (Verschüttete) an. Der „beste Kamerad des Menschen“ macht dies nur, weil er seinem Chef eine Freude machen will und dafür auch belohnt wird. Er bekommt als Lohn sein Lieblings-Spielzeug oder ein Leckerli. Dafür geht der Hund bis an seine Grenzen.

„Die Einsatzdauer ist von Tier zu Tier sehr verschieden. Der Hundeführer erkennt es an der Körpersprache, wenn sein Begleiter erschöpft ist“, weiß der Referent der Hundestaffel, Günter Leitsberger.  Er selbst besitzt einen Belgischen Schäfer, gerufen „Cora“ mit dem adeligen Namen „Distel vom strengen Winter“.

Hundeführer bei der Bergrettung sein, ist eine große Aufgabe. Die Ausbildung ist lang und intensiv. Der Hundeführer hat für etwa 15 Jahre einen Kameraden, der „tagtägliche Betreuung braucht“ (Leitsberger). Gerade bei Ausbildung und Übungen müssen sich die Hundeführer von den anderen Bergrettern etwas abgrenzen, weil sie mit einem Lebewesen eng zusammenarbeiten, das sich manchmal allzu gerne ablenken lässt.

 

Für die Bergrettung liegt der Vorteil einer eigenen Hundestaffel darin, dass der Hundeführer gleichzeitig ein voll ausgebildeter Bergretter ist und auch anderswo kompetent zupacken kann. In den Bergrettungs-Gebieten Süd (9) und West (7) sind sie stationiert.

Wild hüpfen drei Suchhunde bei einem Workshop mit Volksschulkindern am Hochkar durcheinander. Schnappen nach Schneebällen und sind vergnügt. Die drei Hundeführer lassen es zu. Freude an der Bewegung und Lust am Spiel gehören auch dazu. Dann ein Wink! Sofort legen sich die pelzigen Bergretter neben ihre Herrln und blicken erwartungsvoll.

Jetzt beginnt die Vorführung. Die Suchhunde zeigen, was sie im Ernstfall können. Xenia, Akita, & Lara gehorchen aufs Wort. Das Erfolgserlebnis für die Bergrettungs-Hundeführer ist ein lebend geborgener Vermisster. Der Hund kriegt sein intensives Lob, ein Leckerli oder gar ein Emmentaler-Würferl. Schoko gibt’s für niemanden...

Aufnahmebedingungen

• Ein Hundeführer des ÖBRD muss aktiver Bergretter bei einer Ortsstelle sein.

• Er muss einen Sommer-, Winter- und Erste Hilfekurs absolviert haben.

• Skitourenerfahrung und sicheres Bewegen im alpinen Gelände sind  erforderlich.

• Der nicht zu schwere, mittelgroße bis große Hund braucht ein wetterfestes Haarkleid. Er muss bei bester Gesundheit sein und ein ausgeglichenes und sicheres Wesen besitzen. Reinrassigkeit ist nicht erforderlich!

Ausbildung

• Dreijährige Lawinenhundeausbildung (A, B, C).

Diese Kurse beinhalten Lawinenhundeausbildungen (A= Anfängerkurs, B= Einsatzkurs, C= Perfektionskurs), Erste Hilfe und lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort, LVS-Suche und Sondieren, Übungseinheiten am/im Hubschrauber, Lawinenkunde und Ausbildung nach den Richtlinien des Bergrettungsdienstes  NÖ/W  für den Hundeführer (Winter). Kursdauer je eine Woche, ab dem B-Kurs ist das Team einsatzfähig. CW-Kurs = Jährliche Wiederholung des C-Kurses und Einsatzüberprüfung.

• Drei jährige Vermissten-Suchausbildung, Gebirgsflächensuche (A, B, C).

Diese Kurse beinhalten Höhenlinien- und Flächensuche mit 1: 25.000er Karte, Maßstablineal und Höhenmesser-Uhr, Orientierung im Gelände, Karten- und GPS-Kunde, Hubschrauberseilflüge, Erste Hilfe am Hund (Tierarzt) und Ausbildung nach den Richtlinien des ÖBRD NÖ/W  für den Hundeführer (Sommer). Kursdauer je Kurs sechs Tage (Zwei  mal 3 Tage). Ab dem  B- Kurs ist das Team einsatzfähig. CW-Kurs = Jährliche Wiederholung des C-Kurses und Einsatzüberprüfung.

• Monatliche Übungen in den Gebieten

Kontakt: Referent Günter Leitsberger, Tel: 0676 / 6432070. Ortsstelle Amstetten

Ref. Stv. Dietmar Mayerhofer, Tel:  0664 / 5306377. Ortsstelle Waidhofen/Ybbs.

 

Helmut Friessenbichler (Text)
Klaus Tempelmayer, Ernst Kölch, Günter Leitsberger (Bilder)

 

Kölch und Putz bei Vorbereitungen zu einem Hubschraubertransport

ÖBRD - Hundeführer in NÖ

HundeführerHundEinsatz* BR -Ortstelle
Dvorak Josef IkitaEH L/GFS Pernitz
Eggl Franz KimberlyEH L/GFSReichenau
Klenner JörgFaikaEH L/GFSSt. Corona
Kölch Ernst GsenaEH L/GFS/LeicheLackenhof
Leitsberger Günter CoraEH L/GFS/TSAmstetten
Mayerhofer Dietmar Neytiriin AusbildungWaidhofen/Ybbs
Ott Arnold AngusEH L/GFS/LeicheSemmering
Pfifinger Herbert KeroEH L/GFS/TSAmstetten
Polak Martin Hertain AusbildungReichenau
Prattes MichaelMikain AusbildungAspang
Putz Andreas AkitaEH L/GFS/LeicheGöstling
Riegler Franz DaisyEH L/GFSGrünbach
Sporrer Friedrich LaraEH L/GFSWien
Sulzbacher Adolf  LaraEH L/GFS/TS/LeicheLunz
Tempelmayer Klaus CoraEH L/GFS/LeicheLackenhof
Wagner Daniela FlyEH L/GFSHohe Wand
Wolthan Michael FinnEH L/GFSSchottwien

* EH = Einsatzhund
     L = Lawine
 GFS = Gebirgsflächensuche
   TS = Trümmersuche

Suchhunde

Partner