Wandersaison startet mit neuer Bergrettung

Kurt Sommerer, Matthias Cernusca, Rainer Prager.

Die Bergrettung Niederösterreich/Wien hat bei ihrer Landesversammlung am 6. Mai ein Resümee über das abgelaufene Einsatzjahr gezogen und startet neu aufgestellt in die Wandersaison. Nach dem überraschenden Rücktritt der Landesleitung wurde bei dem Treffen in Hainfeld ein interimistisches Führungsteam gewählt.

Ein Jahr waren Wolfgang Ladenbauer und Thomas Prigl Landesleiter und Landesleiterstellvertreter der Bergrettung Niederösterreich/Wien. Am 2. Mai, einige Tage vor der jährlichen Hauptversammlung, sind beide überraschend zurückgetreten. Bei dem Treffen wurde ein Neuwahltermin mit 16. September bestimmt. Bis dorthin wird der Landesrechtsreferent und Jurist Matthias Cernusca die interimistische Leitung übernehmen. Als seine Stellvertreter werden die Gebietsleiter Rainer Prager (Ortsstelle Waidhofen an der Ybbs / Gebiet West) und Kurt Sommerer (Ortsstelle Mitterbach / Gebiet Mitte) fungieren.

Viel bewegt in einem Jahr
Der Wiener Ladenbauer, der seinen Dienst in Puchberg versieht und der Reichenauer Prigl haben in diesem Jahr viel bewegen können. So haben sie unter Anderem am Niederösterreichischen Katastrophenhilfegesetz mitgefeilt und eine Stellungnahme zum Rettungsdienstgesetz abgegeben. Mit der Stärkung der Jugendarbeit und der flächendeckenden Ausstattung aller Ortsstellen mit Defibrillatoren sind die Beiden neue Wege gegangen.

Pistenunfälle lassen Einsatzzahlen steigen
Von April 2016 bis März 2017 hat die Bergrettung insgesamt 686 Einsätze verzeichnet, bei denen 617 Menschen geborgen werden konnten. Darunter befanden sich leider auch elf Tote. Der Großteil dieser Einsätze fällt im Jänner und im Februar auf Pistenunfälle. Von gesamt 348 Einsätzen in den ersten zwei Monaten 2017 fallen 260 auf Niederösterreichs Pisten an, auf denen die Bergrettung den Pistendienst stellt.

Die Bergrettung Niederösterreich/Wien hat mehr als 1.300 Mitglieder, von denen alle ihre Freizeit ehrenamtlich und unentgeltlich zur Verfügung stellen um bei einem Unfall im unwegsamen, alpinen Gelände rasch und effizient helfen zu können. Lediglich eine Teilzeitangestellte erledigt anfallende administrative Tätigkeiten und sonstige Büroarbeiten. Diese Hilfe wird über Förderungen von Land und Bund, Spenden, Sponsoren und Fördermitgliedschaften finanziert. Diese kostet 24 Euro im Jahr und stellt für das Mitglied und seine Familie eine Bergungskostenversicherung dar.
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And the winner is – Bergrettung NÖ/Wien

Übernahme des "Leopolds", stellvertretend für alle .1300 Bergretter und Bergretterinnen NÖ/Wien, (v.l.n.r.) LLS Thomas Prigl, LL Wolfgang Ladenbauer, Landeshundeführer Günther Leitsberger mit Lawinenhündin Shiva und LPRS Hubert Köttritsch. Bild: Erich Marschik NÖN
Alle Leopoldpreisträger 2016, mit Ausnahme von Dominik Thiem. Bild: Erich Marschik NÖN
Laudatorin Michaela Dorfmeister. Bild: Erich Marschik NÖN
LL Ladenbauer im ORF-Interview. Bild: Erich Marschik NÖN
Probst Backovsky, Andy Marek, LH Pröll. Bild: Erich Marschik NÖN

Im Jahr 2000 wurde der NÖN Leopold Preis ins Leben gerufen, benannt nach dem Landespatron Niederösterreichs, dem heiligen Leopold. Vergeben wird er an einzigartige Persönlichkeiten, Institutionen und Projekte aus Niederösterreich in den Kategorien Courage, Engagement, Kultur, Sport, Wirtschaft und Unsere Zukunft. Heuer hat auch die Bergrettung diesen Preis verliehen bekommen.

Spannend wie bei der Oscar-Verleihung ging es bei der NÖN-Leopold Preisverleihung im St. Pöltener Regierungsviertel im NV Forum für die vier delegierten Bergretter und Such- und Lawinenhund Shiva zu. Viel Prominenz aus Politik, Kultur, Sport, öffentlichem Leben und Wirtschaft sowie die Redakteure und der Chefredakteur der NÖN, Martin Gebhart, wurden vom Moderator Andy Marek, dem Stadionsprecher von Rapid, eingangs begrüßt. Der Generalabt der Chorherren und Abt des Stiftes Klosterneuburg, Propst Bernhard Backovsky und Landeshauptmann Erwin Pröll würdigten zu Beginn den Namensgeber des Preises, Markgraf Leopold III., genannt der Heilige, der Milde oder der Fromme.

Die Bergrettung NÖ/Wien war einer der vier Nominierten auf der "Shortlist" in der Kategorie "Engagement". Als die Doppelolympiasiegerin und fünffache Leopoldgewinnerin der Kategorie Sport, Michael Dorfmeister, als Laudatorin ans Mikrofon trat und meinte "Bei meinen Preisträgern bin ich sehr zwiegespalten, einerseits ist man froh, dass es sie gibt, aber andererseits ist man froh wenn man sie nicht braucht, …" war schon fast klar, dass sie nur die Bergrettung meinen kann. Michaela Dorfmeister führte weiter aus "…ich bin begeistert was sie alles leisten, egal im Sommer oder auch im Winter. Ich ärgere mich immer wenn Leute am Berg mit schlechter Ausrüstung unterwegs sind, keine Ahnung haben, und sagen in NÖ gibt es keine Berge. Meistens sind es solche Menschen, die dann auf die Hilfe meiner Preisträger angewiesen sind." Mit jedem weiteren Satz wurde die Gewissheit klarer, wir bekommen den Preis und unsere Lawinenhündin Shiva schien mehr und mehr nervös zu werden.

"Erst dann weiß man die Hilfe zu schätzen, die alle ehrenamtlichen Mitglieder leisten…" hieß es weiter und zum Schluss "auch auf den Skipisten sind sie nicht mehr wegzudenken, egal ob für den Touristen oder auf den professionellen Trainings- und Wettkampfstrecken. Leider passiert immer mehr auf unseren Bergen, aber wir haben ja sie, die Leopold Preisträger 2016 in der Kategorie Soziales Engagement…" und nach einem Jingle der Band wurde es ausgesprochen "Die Bergrettung NÖ/Wien".

Unser Landesleiter Wolfgang Ladenbauer nahm den Preis, die Leopoldstatue, in Empfang und er betonte dies mit Stolz und stellvertretend für das Team, die 1.300 Bergretter und Bergretterinnen in NÖ/Wien zu tun. Und Shiva? Für sie war der Auftritt auch außergewöhnlich und letztlich musste sie nach überstandenem Blitzlichtgewitter sogar zärtlich von der Bühne geschubst werden.

Eine ausführliche Berichterstattung über die Leopold-Gala und die Gewinner der einzelnen Kategorien wird am 15. November in der NÖN zu lesen sein und auch im Fernsehen, ORF NÖ wird ein Beitrag senden.

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Artikel in der NÖN
Niederösterreich heute

Antrittsbesuch in St. Pölten: Pröll empfängt neue Landesleitung

Der niederösterreichische Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll hat am Dienstag nach Pfingsten den neuen Landesleiter Wolfgang Ladenbauer und seinen Stellvertreter Thomas Prigl empfangen. Die Bergretter haben mit dem Politiker über aktuelle Einsätze, alltägliche Herausforderungen und ihre Zukunftspläne gesprochen.

Erwin Pröll konnte sich noch sehr gut an die erste Begegnung mit Wolfgang Ladenbauer, der ja schon von 1997 bis 2010 Landesleiter war, erinnern. „Der Moment wenn es kippt ist spannend, danach ist es ein Kinderspiel und du genießt die Aussicht“, erinnert sich Pröll an die Abseilaktion vom Landhaus. Der Antrittsbesuch am 17. Mai 2016 war weniger spektakulär, dafür sehr produktiv. In lockerer Atmosphäre wurden die letzten Einsätze besprochen. Pröll, der Ehrenmitglied der Bergrettung ist, sprach allen Bergrettern seinen Dank aus und unterstrich die Bedeutung der freiwilligen Arbeit für Niederösterreich.

Für einige Veranstaltungen, die heuer stattfinden, wurde Unterstützung des Landes Niederösterreich zugesagt. Pröll wird für das Symposium „Psyche und Berg“ den Ehrenschutz übernehmen. Außerdem wird er die Landesleitung Niederösterreich/Wien bei der Ausrichtung der heurigen ÖBRD-Bundesverbandstagung unterstützen. Des Weiteren wurden rechtliche Themen, wie die Stellung von Vereinen gegenüber der Registrierkassenpflicht und die Mitwirkung der Bergrettung an der Konzeption des neuen Katastrophenhilfegesetzes, in der Zusammenkunft besprochen.

Neue Landesleitung: Ära Ladenbauer geht in die zweite Runde

16. April 2016 - Die Landesorganisation Niederösterreich/Wien des Österreichischen Bergrettungsdienstes hat am Samstag eine neue Landesleitung gewählt. Mit Wolfgang Ladenbauer ist kein Unbekannter in das Amt berufen worden, hat er doch schon von 1997 bis 2010 die Geschicke des Vereines geleitet. Ihm zur Seite steht als Stellvertreter der Berufsschullehrer und Baumeister Thomas Prigl.

Der nunmehrige Ex-Landesleiter Ludwig Wimmer schien erleichtert, als er dem neuen „Chef“ sein Amt mitsamt Funkgerät und Stempel übergab. Er freue sich schon darauf, künftig mehr Zeit fürs Mountainbiken und Berggehen zu haben, verlautbarte er zuvor in seiner Abschiedsrede. Wolfgang Ladenbauer bedankte sich für das Vertrauen der versammelten Ortsstellenleiter die ihn einstimmig gewählt hatten. „Wir können hier konstruktiv in die Zukunft schauen und werden weiter das Team in den Vordergrund stellen“, betonte der neue Landesleiter.

Ladenbauer weiß, worauf er sich einlässt, immerhin hat er 13 Jahre Erfahrung in der Niederösterreichischen Landesleitung auf dem Buckel. Aber nicht nur das, der mittlerweile pensionierte Mediziner war von 2000 bis 2010 auch als Vizepräsident des Bundesverbandes aktiv. Langeweile dürfte aber nicht der Grund gewesen sein, sich wieder der Wahl zu stellen, denn der 67-Jährige gehört zu jenen Menschen, die sich immer etwas zu tun finden. So hat er neben einer Praxis für Allgemeinmedizin in Wien zahlreiche Artikel in medizinischen Fachzeitschriften und Bergsportmagazinen veröffentlicht sowie auch einige Schitourenführer herausgegeben. Einige Erstbefahrungen im Osten Österreichs, darunter zahlreiche Rinnen auf seinem Hausberg, dem Schneeberg, hat er unter anderem darin festgehalten. Seine Tätigkeit als Psychotherapeut veranlasste ihn auch 1996 und 2001 das internationale Symposium „Psyche & Berg“ in Puchberg zu organisieren. Der Wiener, der in der Schneeberg-Gemeinde einen Zweitwohnsitz sein Eigen nennt, ist seit 1972 Mitglied in der ansässigen Ortsstelle.

Thomas Prigl, sein Stellvertreter, ist als Reichenauer Bergretter quasi Nachbar. Der Berufsschullehrer und Baumeister folgt seinem Ortsstellen-Kollegen Ewald Putz nach. Offiziell ist der 46-Jährige zwar erst seit fünf Jahren Bergretter, aber eigentlich ist er der Ortsstelle schon seit 1984 verbunden. Bergsteigen ist für den Vater zweier Kinder eine Leidenschaft, die sich gut mit seiner Reiselust verbinden lässt. So hat er schon einige höchste Gipfel seiner Reiseländer bestiegen, etwa Boliviens Ancohuma, Afrikas Kilimanjaro, den Ararat in der Türkei, die schweizerische Dufour-Spitze, den Gran Paradiso in Italien und natürlich auch den Großglockner. Auch in seinem Beruf kommt der Diplompädagoge weit herum. So hat er 2015 jugendliche Bauarbeiter als Chief Expert zu den Berufsweltmeisterschaften in Sao Paolo begleitet und wird dies bei der WM 2017 wiederholen.

Die Bergrettung Niederösterreich/Wien hat mehr als 1.300 Mitglieder, von denen alle ihre Freizeit ehrenamtlich und unentgeltlich zur Verfügung stellen um bei einem Unfall im unwegsamen, alpinen Gelände rasch und effizient helfen zu können. Lediglich eine Teilzeitangestellte erledigt anfallende administrative Tätigkeiten und sonstige Büroarbeiten. Diese Hilfe wird über Förderungen von Land und Bund, Spenden, Sponsoren und Fördermitgliedschaften finanziert. Diese kostet 24 Euro im Jahr und stellt für das Mitglied und seine Familie eine Bergungskostenversicherung dar. Mehr Infos

Landesleiter:
MR Dr.med. Wolfgang Ladenbauer (0664-3406846)

Landesleiter-Stellvertreter:
Thomas Prigl (0660-4102533)


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