Filmdreharbeiten des ZDF mit der Bergrettung am Ötscher

Bergretter in Aktion.
Die nächste Szene wird besprochen
Elisabeth Etzler erklärt, was alles im Rucksack sein muss.
Das ZDF-Team beim Interview von unaufhaltsamen Wanderern
Das ZDF-Team beim Interview von unaufhaltsamen Wanderern

Die meisten von der Bergrettung geborgenen ausländischen Bergsportler sind Deutsche. Der ZDF hat diesen Umstand in der Sendung "ZDF heute - in Europa" zum Thema gemacht und gemeinsam mit der Bergrettung Lackenhof am Ötscher gedreht.

Knapp 4.000 (3.967) Ausländer hat der Österreichische Bergrettungsdienst im Jahr 2016 österreichweit geborgen, das heißt jeder zweite Einsatz der 7.987 Einsätze betrifft einen ausländischen Gast. Die Mehrzahl der verunfallten ausländischen Bergsportler wiederum sind Deutsche. Dieses Faktum und aktuelle Alpinunfälle der letzten Tage haben die Verantwortlichen von "ZDF  heute – in Europa" auf den Plan gerufen, den Dingen näher auf den Grund zu gehen.

Welche Fehler - und damit Bergunfälle - können vermieden werden, bzw. worauf muss beim Bergsteigen und Wandern besonders geachtet werden, war das Hauptthema bei Dreharbeiten zu einem Kurzfilm – übrigens bei extrem schlechten Wetter - in Lackenhof am Ötscher, 1.893 m, Mitte August 2017.

Weithin gilt ja die Meinung es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur eine schlechte Ausrüstung, aber bei extremen Verhältnissen sollte man auch den Mut haben, eine Tour den Verhältnissen angepasst abzuändern oder abzubrechen, denn: Der Berg ist kein Frosch, er hüpft nicht weg - er steht auch morgen noch am selben Platz! Für ausländische Gäste ist die Anfahrtstrecke weit, die Zahl der Urlaubstage begrenzt, alles zusammen Faktoren, die den meist selbst auferlegten Erfolgsdruck steigern. Da will mancher Gipfelsieg erzwungen werden. Wenn zur entsprechenden Ausrüstung auch noch die entsprechende Erfahrung vorhanden ist und die sieben Sicherheitstipps der Bergrettung abgecheckt sind, sollte ein wichtiger Schritt getan sein, auch bei nicht idealen Bedingungen einen Berg zu besteigen.

Es geht in dem ZDF Beitrag um Bergunfall-Prävention. Das ZDF-Format, das bereits seit 1999 läuft ist in Deutschland äußerst populär. In der zehnminütigen Sendereihe die Montag bis Freitag jeweils um 16.00 Uhr ausgestrahlt wird soll der Kurzfilm helfen, dass unsere ausländischen Gäste unfallfreie Bergerlebnisse genießen können bzw. die Zahl der alpinen Unfälle deutscher Urlaubsgäste reduziert wird.

ZDF heute - in Europa vom 23. August 2017 (vierter Beitrag ab 7.45 min)

Schau zeigt Bergrettung im Katastropheneinsatz

Die Bergrettung Niederösterreich/Wien hilft auch bei extremen Wetter-Ereignissen, wie es auch im NÖ Katastrophenhilfegesetz 2016 (NÖ KHG) verankert ist. Solchen Naturgewalten hat das Museum Niederösterreich eine von der ZAMG gestalteten Sonderausstellung gewidmet, bei der auch die Leistungen der Bergretter aufgezeigt werden.

Die Schau "Gewaltig! Extreme Naturereignisse" spannt ein Bogen von historischen Ereignissen zur Gegenwart. Die sehenswerte Ausstellung ist seit 12. März 2017 im Haus der Natur im Kulturbezirk in St. Pölten zu sehen und läuft bis 11. Februar 2018.

Eisbruch - Ausnahmezustand auf der Hohen Wand
Die Aussellung zeigt auch den Einsatz der Bergrettung bei Extrem-Ereignissen. In der Nacht auf den 1. Dezember 2014 bildete sich eine dicke Eisschicht auf der Hohen Wand. Bäume brachen unter der Eislast. Kaum ein Baum hatte noch einen Wipfel. Zahlreiche Steine hatten sich gelöst. Mehrere Bewohner der Hohen Wand mussten evakuiert werden. Die Bergrettung – dank dem mit Spikes gut ausgestatteten Allradfahrzeug – unterstützte sowohl die Evakuierung von Personen als auch die Aufräumarbeiten. In Summe waren 14 Männer und Frauen sechs Tage lang insgesamt 222 Stunden im Einsatz.

Auch bei dem großen Hochwasser 2013 waren Bergretterinnen und Begretter an den Aufräumarbeiten beteiligt. Die Canyoninggruppe unterstützte die Feuerwehr zudem bei der Suche nach vermissten Menschen.

Ausstellung erklärt Naturereignisse
Die Ausstellung im Museum Niederösterreich stellt dar, wie es zu Naturgewalten kommt. Wie entstehen Erdbeben? Was sind die Ursachen für Bergstürze? Warum kommt es zu Hochwässern und wie entstehen Eisstösse? Die Bergrettung wird als eine der Organisationen, die Hilfe leisten kann auch kurz vorgestellt. Ob Lawinenabgänge, Schneechaos, Sturmwinde wie Orkan Kyrill, Hochwässer oder Vereisung - die Bergrettung hilft.

Zur Ausstellung Gewaltig!

Die Bergrettung Niederösterreich/Wien hat ihren Platz und Aufgaben in der Katastrophenhilfe wie in der Ausstellung "Gewaltig! Extreme Naturereignisse" gezeigt wird.
Ausnahmezustand auf der Hohen Wand, Eisbruch und Steinschlag. Dezember 20014
Die Canyoninggruppe unterstützte 2013 beim Hochwassereinsatz
Die Bergrettung korrdinierte gemeinsam mit den anderen Rettungsorganisationen die Kräfte beim Hochwasser 2013

Arbeit der Bergrettung in Niederösterreich 10 Mio. Euro wert

Die Teilnehmer der Landesversammlung – Die Landesleitung, die Fachreferenten und die Ortsstellenleiter und deren Stellvertreter aus Niederösterreich und Wien.

Die Bergrettung leistet in Niederösterreich Arbeitsstunden im Gegenwert von zehn Millionen Euro. So hat Thomas Prigl, der stellvertretende Landesleiter der Bergrettung Niederösterreich/Wien, die ehrenamtliche Arbeit in monetäre Werte gefasst. Bei der Landesversammlung, einem Treffen aller 30 Ortsstellen die am Samstag den 5. November in Altlengbach stattfand, hat er diese Zahlen vorgestellt und damit die Wichtigkeit der freiwilligen Arbeit im alpinen Rettungswesen deutlich gemacht.

Insgesamt leisten die Bergretterinnen und Bergretter in Niederösterreich über 124.000 Arbeitsstunden ehrenamtlich. Thomas Prigl rechnet vor, dass dies einer Wertschöpfung von 10 Millionen Euro entspricht. Pro Jahr stehen die aktuell genau 1.327 niederösterreichischen Bergretterinnen und Bergretter in über 4.000 Einsatzstunden für Menschen bereit, die im unwegsamen Gelände in Not geraten. Dahinter steht aber weit mehr. Damit diese Einsätze reibungslos ablaufen können, wird in mehr als 4.000 Stunden in Landeskursen und in über 16.000 Stunden in den Ortsstellen ausgebildet. Dazu kommen die mehr als 100.000 Stunden Bereitschaftsdienste an Wochenenden und Feiertagen. Darin nicht eingerechnet sind die unzähligen Stunden, die Bergretter für Veranstaltungen und Sitzungen sowie für die Vorbereitung von Schulungen und Übungen aufwenden.

Spendenabsetzbarkeit Ruhend gestellt
Einstimmig beschlossen wurde die Ruhendstellung der Spendenabsetzbarkeit für 2017, da der Verwaltungsaufwand für die Organisation zu hoch ist. Das bedeutet, dass die Bergrettung Niederösterreich/Wien nächstes Jahr nicht mehr auf der Liste der begünstigten Spenden-Empfänger des Finanzministeriums stehen wird und somit keine Spendenbeträge mehr von der Steuer absetzbar sind. Die Hälfte ihrer Erlöse bezieht die Bergrettung aus den Einnahmen ihrer etwa 20.000 Förderer über die Fördermitgliedschaft von derzeit 24 Euro pro Jahr. Die andere Hälfte des Jahresbudgets generiert sich aus Förderungen des Landes, Spenden und Sponsorbeiträgen sowie der Einsatzverrechnung.

Produktives erstes Halbjahr
Die neue Führung der Landesleitung Niederösterreich/Wien des Österreichischen Bergrettungsdienstes ist nun seit dem 16. April dieses Jahres im Einsatz. Landesleiter Wolfgang Ladenbauer und sein Stellvertreter Thomas Prigl zogen bei der Landesversammlung eine kurze Bilanz ihrer bisherigen Arbeit. So konnten etwa der Ankauf von Defibrillatoren für alle Ortsstellen realisiert und wichtige Weichen für die Verbesserung des Einsatzinformationssystemes gestellt werden. Neu sind auch die Bestellung einer angestellten Vollzeitkraft für die Verwaltung im Landesleitungsbüro und die Installierung eines Jugend- und eines Rechts-Referats. Insgesamt konnten seit April 25 umfangreiche Punkte erledigt werden. So produktiv wie im ersten Halbjahr soll es nun weitergehen. Bei der Landesversammlung wurden weitere Projekte vorgestellt. So wurde ein neues Ausbildungskonzept beschlossen und über weitere Vorgehensweisen abgestimmt.

Falsche Bergretter auf Hausbesuch

Aus Niederösterreich mehren sich Meldungen, dass falsche Bergretter an der Haustüre um Spenden bitten. Solche "Haussammlungen" führt die Bergrettung nicht durch. Assistent der Landesleitung Lukas Turk informiert in einer Stellungnahme.

Sehr geehrte Besucher, liebe Gönner der Bergrettung Niederösterreich/Wien,

aktuell kommt es leider immer wieder zu Haussammlungen, welche unter dem Vorwand einer Spende für die Bergrettung durchgeführt werden. Diese werden aber nicht von Kameraden diverser Ortsstellen durchgeführt, sondern von Trickbetrügern, welche nichts mit der Bergrettung NÖ/W zu tun haben. Solche Betrüger tragen leider auch öfters Kleidung mit Bergrettungsemblemen um die Unterscheidung noch schwieriger zu machen.

Da die Bergrettung NÖ/W generell keine Haussammlungen durchführt, bitten wir Sie eine Meldung an das Büro der Landesorganisation (Tel. 01/5057057 oder office.nw(at)oebrd.at) zu machen, falls bei Ihnen eine Haussammlung im Namen der Bergrettung durchgeführt wird oder wurde.

Zahlscheine, die auf Schutzhütten in den Bergen aufliegen, sind dort von der zuständigen Ortsstelle platziert worden. Diese sind von dieser Warnung nicht betroffen.

Da es auch bei anderen Vereinen immer wieder zu einer betrügerischen Haussammlung kommt, sollte man sich immer einen Ausweis zeigen lassen, auf das Erscheinungsbild achten bzw. im Zweifelsfall immer die Polizei rufen.

Mit freundlichen Grüßen,

Lukas Turk
Assistenz der Landesleitung
Österreichischer Bergrettungsdienst
Landesorganisation NÖ/W

Tel: 01/5057057
Mobil: +43660/4906615
lukas.turk(at)oebrd.at

Premiere in Altlengbach: Treffen der Bergrettungs-Öffis

So etwas hat es in den fast 120 Jahren seit es die Bergrettung gibt, noch nicht gegeben: Am Samstag sind alle niederösterreichischen Fachreferenten für Öffentlichkeitsarbeit an einem Tisch gesessen um über eine gemeinsame Strategie zu diskutieren. Fachvorträge aus der Praxis und der richtige Aufbau des Bergrettungs-Zeltes füllten Tag in Altlengbach aus.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Bergrettung (ÖBRD) sind die Öffentlichkeitsreferenten aus den Ortsstellen der Landesorganisation Niederösterreich/Wien zusammengetroffen um gemeinsam an der Zukunft der Medienstrategie zu feilen. Die Pressereferenten der Landesleitung, Anna-Maria Walli und Hubert Köttritsch gaben in Altlengbach die breit gefächerten Themen vor.

„Wir kommen zum ersten Mal in dieser Runde zusammen. Um alle Ortsstellen auf eine Linie zu bringen müssen wir erst einmal unser sehr großes Aufgabenspektrum definieren und einen Überblick über unsere Tätigkeiten geben. Bei weiteren Treffen werden dann spezifischere Themen angeschnitten“, fasste Walli den Tag zusammen. Auch der aktuelle Einsatz beim Liftgebrechen in Mitterbach wurde besprochen.

Vorträge aus der Praxis
Auf dem Programm standen unter anderem Social Media, klassische Medien und Druckwerke. Helmut Dittler von der Ortsstelle Reichenau berichtete über seine Erfahrungen mit der Presse und zeigte den Anwesenden, wie die Pressearbeit an der Rax gemacht wird. Andrea Cerny von der Ortsstelle Hohe Wand erzählte aus der Praxis, wie die heurige 90-Jahr-Feier in den Medien publik gemacht wurde. „So können wir optimal voneinander lernen“, betonte Köttritsch.

Der Amstettener Bergretter zeigte nach der Mittagspause auf der Terrasse des Seminarhotels allen Teilnehmern die richtige Handhabe mit dem Bergrettungszelt. Seit 2014 hat die Landesorganisation ein aufblasbares Zelt speziell zur Repräsentation bei Veranstaltungen.

1.042 aktive Mitglieder in Niederösterreich
Die Landesorganisation Niederösterreich/Wien des Österreichischen Bergrettungsdienstes zählt zurzeit 1.042 aktive Mitglieder, die in Ortsstellen ihre Dienste versehen. Die Männer und Frauen sind alle ehrenamtlich tätig. Um Bergretter zu werden muss man neben einem alpinen Erste Hilfe Kurs mindestens zwei Basis- und einen Aufbaukurs im Winter und im Sommer absolvieren. Um der gemeinnützigen Organisation beitreten zu können, sollte man einige alpine Grundvoraussetzungen mitbringen, wie etwa das Klettern mindestens im 3. Schwierigkeitsgrad im Vorstieg und sicheres Schifahren abseits der Piste.

Die Teilnehmer des Öffi-Tages
Andrea Cerny referiert über die Organisation der 90-Jahr-Feier der Ortsselle Hohe Wand
Anna-Maria Walli will die Ortsstellen auf eine Linie bringen
Hubert Köttritsch erklärt den Aufbau des Veranstaltungs-Zeltes
Helmut Dittler erklärt den Anwesenden wie er die Pressearbeit in Reichenau macht.

Bergrettungs-Pressechef tauscht Kuli künftig mit Pedalen

Die Landesversammlung am 14. November in Mönichkirchen hat wie jedes Jahr alle Ortsstellenchefs und die Referenten der Niederösterreichischen Bergrettung an einen Tisch geführt. Heuer wurde unter Anderem der langjährige Pressereferent Helmut Frießenbichler verabschiedet. Still wird es um den ehemaligen Chefredakteur des Land der Berge - Magazins aber nicht werden.

Lange Zeit hat Helmut Frießenbichler das Pressereferat der Bergrettung Niederösterreich / Wien geprägt. Bei seiner ehrenamtlichen Arbeit kamen ihm seine Kontakte zur Medienwelt, die er aus seiner Zeit als Redakteur bei der NÖN und Chefredakteur beim Land der Berge hatte, zugute. Bei der Landesversammlung am Samstag wurde er offiziell aus dem Dienst der Öffentlichkeitsarbeit verabschiedet. In einer kurzen Rede ließ er die Stationen seiner bisherigen Bergretterkarriere Revue passieren. Es mache ein gutes Gefühl, wenn man jemandem helfen konnte und er sei glücklich, Teil einer Organisation zu sein, die in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert hat.

Leise wird es um den St. Pöltener aber trotzdem nicht werden. Der 62-Jährige engagiert sich leidenschaftlich für die Freigabe der Forststraßen für Mountainbiker. Er tut dies nicht ganz uneigennützig, ist er doch selbst passionierter Radler. Für dieses Hobby wird „Frieße“, der am 1. Dezember sein 20-jähriges Bergrettungsjubiläum feiern wird, jetzt vielleicht ein bisschen mehr Zeit haben.

Sanitätsreferat beschlossen
Die anwesenden Ortsstellenleiter haben weiters einstimmig für die Eingliederung des Sanitätsreferats in die Landesleitung als eigenständiges Referat beschlossen. Als Referent fungiert Landesarzt Dr. Alexander Egger, seine Stellvertreter sind Manfred Lienbacher und Simon Frank.

Text: Anna-Maria Walli
Bild: Hubert Köttritsch

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