Jahresbericht 2010

Zur Freude aller Schitourengeher bot die vergangene Wintersaison 2009/2010 bis ins Frühjahr hinein gute Tourenmöglichkeiten. Unser Einsatzgebiet Hochschneeberg war entsprechend gut besucht.

Trotzdem war während der Wintersaison nur ein einziger berichtenswerter Einsatz notwendig: Eine Schifahrerin stürzte bei der Abfahrt durch den Wurzengraben, blieb dabei mit dem Schi an einem Stein hängen und verdrehte sich das Bein. Sie musste mit dem Akja zur Krempelhütte abtransportiert werden. Zum Glück lag die Nebeluntergrenze an diesem Tag auf ca. 1.650 Meter, sodass der Weitertransport ins Krankenhaus vom Rettungshubschrauber C3 übernommen werden konnte.

Übung macht den Meister

Am 30. Jänner 2010 führten wir in Kaltenleutgeben im Bereich der Wienerhütte gemeinsam mit dem Arbeiter-Samariter-Bund eine Nachtübung durch. Vier vermisste Personen wurden in der Dunkelheit mit verschiedenen Hilfsmitteln gesucht, von ASB-Sanitätern fachgerecht erstversorgt und von uns Bergrettern abtransportiert. Die Übung bot für alle Teilnehmer interessante Einblicke in Ausbildungsstand und Arbeitsmethoden der Partnerorganisation sowie deren verwendete Ausrüstung.

Unsere Winterübung fand am 13. Und 14. Februar am Unterberg statt. Trotz der eisigen Temperaturen wurden von insgesamt 23 Teilnehmern eifrig das Abfahren mit dem Akja, sowie der Umgang mit dem Verschüttetensuchgerät (LVS) geübt. Besonders erfreulich war die Teilnahme vor allem jüngerer Ortsstellenmitglieder an dieser Übung. Wie immer gilt unser Dank der Ortsstelle Pernitz für deren Unterstützung bei der Durchführung der Übung sowie dem Österreichischem Touristenklub für die Unterbringung am Unterberghaus.

Unsere Sommerübung hielten wir am 11. September vor unserer Haustür im Wienerwald ab. Zweck der Übung war das Auffrischen der klassischen Orientierung mit Karte und Bussole, die im Zuge der Verwendung moderner Hilfsmittel, wie GPS, mitunter vernachlässigt wird. 13 Teilnehmer waren mit Begeisterung dabei, auf einer vorgegebenen Route querfeldein durch das Unterholz des Wienerwaldes versteckte Punkte wie die Luisenquelle und den Treffpunkt Kammersteiner Hütte zu finden. Siehe hier zum Übungsbericht .

Trauer um verdiente Rettungsmänner

Wir sind tief betroffen, mit dem Tod dreier altgedienter Mitglieder der Ortsstelle auch langjährige Mitglieder der Landesleitung verloren zu haben.

† Hans Hejduk übte viele Jahre die Funktion des Landesleiters für Niederösterreich/ Wien aus und trug maßgeblich zum Aufbau der Organisation, wie wir sie heute kennen, bei. Weiters erwarb er sich Verdienste durch die Erforschung und Dokumentation der Geschichte der Entstehung und Entwicklung des Alpinen Rettungsdienstes seit seiner Gründung 1896. 

Dr. Kurt Cech wurde auch außerhalb des Bergrettungsdienstes durch die Gründung und den Aufbau der Beratungsstelle für Vergiftungsunfälle in Wien sowie durch seine in diesem Zusammenhang durchgeführten Selbstversuche. Im Bergrettungsdienst war er viele Jahre als Landesarzt tätig und entwickelte die Erste- Hilfe- Ausbildung. Seine beeindruckenden Vorträge zu diesem Thema sind wohl viele unserer Bergretter der mittleren und älteren Generation noch in Erinnerung.

Anton Tucny mit ihm verlieren wir einen unserer ältesten Kameraden, Anton war nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Rettungsdienst noch bis in hohe Alter als Schriftführer der Landesleitung tätig.

Mitgliederbewegungen

Wir freuen uns über die Neuaufnahmen von neun Interessenten in unserer Ortsstelle: Joachim Deutsch, Robert Dullnig, Christian Ebner ,Martin Grassl, Peter Kröll, Leonore und Georg Rothwangl sowie Anton Swoboda und Reinhard Wagner schließen sich unseren Reihen an und wir hoffen, dass sie die vorgesehene Ausbildung rasch abschließen und unser Team nachhaltig verstärken werden. Jürgen Koptik nahm am Erste-Hilfe-Kurs in Lilienfeld teil. Matthias, Stephan Truger, Thomas Leitner absolvierten den Winterkurs der Landesleitung. Jürgen Koptik und Peter Nonn nahmen auch am Sommerkurs der Landesleitung teil.

Ein neues Dach für die Krempelhütte

Im vergangenen Jahr mussten wir leider feststellen, dass das Blechdach unserer Krempelhütte schwere Korrosionsschäden aufwies. Diese blieben lange unentdeckt, weil das Zinkblech von der Unterseite her rostet und erst durch die Bildung der ersten Durchbrüche der Schaden in seinem Ausmaß erkennbar wurde. Nach Gesprächen mit verschiedenen Fachleuten und eingehender Evaluierung der am Markt angebotenen Materialien entschlossen wir uns für ein neues Dach aus Aluminiumblech. Da die Krempelhütte auf Grund ihrer exponierten Lage mit Fahrzeugen nicht zu erreichen ist, musste der Transport mit dem Hubschrauber erfolgen. Wir sind froh, dass trotz der feuchten Witterung des vergangenen Sommers die Dacherneuerung zeitgerecht abgeschlossen wurde.

Ausblick:

Wir sind mit unserer Kletterwand am Donauinselfest Ende Juni 2011 und am Wiener Sicherheitsfest am Rathausplatz am 26.10.2011 vertreten.