Hütte im ursprünglichen Zustand

Hüttengrundriss vor dem ersten Umbau

Zu Beginn der 30er Jahre musste im Zuge der aufkommenden Popularität des alpinen Schisportes und steigender Unfallzahlen an der Trenkwiesenabfahrt am Schneeberg, einer der damals beliebtesten Schiabfahrten in der näheren Umgebung von Wien, ein Streifendienst des Bergrettungsdienstes eingeführt werden.

Zur Unterstützung der Rettungseinsätze wurde auf 1.561 Meter Seehöhe bei den "Gamsfeichten" in der Nähe des Fleischer-Gedenksteins eine Bergrettungshütte errichtet. Sie ist die erste in Österreich ausschließlich zur Durchführung des Bergrettungsdienstes errichtete Hütte und wurde nach einem der Pioniere des alpinen Rettungswesens Heinrich Krempel-Hütte genannt.

Wir können heute kaum mehr ermessen, unter welch schwierigen Bedingungen und Strapazen der Transport des Baumaterials und die Errichtung der Hütte damals durchgeführt werden mussten. Neben körperlichem Einsatz und handwerklichem Geschick war wohl auch einiges Verhandlungsgeschick und Mühe erforderlich, um die nötigen finanziellen Mittel aufzustellen.

Jedenfalls haben unsere Vorgänger eines geschafft: Ein Bauwerk zu errichten, das sich durch sieben Jahrzehnte als ein allseits beliebter alpiner Treffpunkt erhalten und in den Herzen der Besucher trotz - oder vielleicht gerade wegen - seiner Einfachheit auch emotional verankert hat.

Stromversorgung der Hütte

Ist die Versorgung mit Brennholz zur Raumheizung und zum Kochen ein zwar arbeitsintensives, aber vergleichsweise einfaches Unterfangen, so ist die Erzeugung von Licht und Strom für Telefon, Funk etc. auf einer Berghütte keine Selbstverständlichkeit.

Viele Jahre haben wir uns mit Kerzenlicht und Petroleumlampen beholfen. Die richtige Bedienung der Petroleumvergaserlampe blieb einzelnen Kameraden für immer ein Geheimnis und war erfahrenen Spezialisten vorbehalten.

Der Einbau eines Stromaggregats kam aus Kosten- und Wasserschutzgründen nicht in Frage, der Einbau einer Gaslichtanlage aus Gründen des aufwändigen Transports der Propangasflaschen.

Daher begannen wir früh mit Photovoltaik zu experimentieren. Bereits seit 1981 nutzen wir das Sonnenlicht zur Erzeugung des für die Funkanlage erforderlichen Stroms. Später wurde die Solaranlage erweitert, sodass heute auch für die Beleuchtung und einfache elektrische Geräte ausreichend Strom zur Verfügung steht.

Heizen und Kochen

Obwohl wir meist nur an Wochenenden anwesend sind, ist eine ausreichende Brennholzversorgung bei den im Hochwinter auf 1.500 Meter Seehöhe vorherrschenden Witterungsverhältnissen überlebenswichtig.

Das gute Einvernehmen mit den Forstbetrieben der Stadt Wien, auf deren Grundeigentum die Krempelhütte errichtet ist, sichert uns die dafür notwendige Basis, indem uns mehr oder weniger nahe der Hütte gelegene geeignete Bäume zur Schlägerung und zur Nutzung als Brennholz zur Verfügung gestellt werden.

Allerdings sind noch unzählige freiwillige und unentgeltliche Arbeitsstunden von unseren Bergrettern und eine Menge Schweiß notwendig, bis ausreichend ofenfertige Brennholzmengen für einen langen, kalten Winter bereitliegen.

Ist während der Jagdsaison ein Aufenthalt auf der Hütte unbedingt erforderlich, nutzen wir Propangas zum Kochen, um das Wild rund um die Hütte möglichst wenig durch unsere Anwesenheit zu stören.

 

Chronik

  • 1935 Die Forstdirektion der Gemeinde Wien erlaubt den Bau einer Rettungshütte an der Schiabfahrt vom Schneeberg nach Losenheim
  • 1936 Planung und Beginn der Bauarbeiten. Wegen Schlechtwetters müssen die Arbeiten im Herbst beendet werden.
  • 1937 Eröffnung und Einweihung der Hütte am 24. Oktober.
  • 1941 Die Hütte wird vermessen und in Landkarten eingetragen, ein kleiner Vorbau wird als Windfang errichtet.
  • 1950 Zwei Bootsschlitten aus Holz aus Wehrmachtsbeständen werden auf die Hütte gebracht.
  • 1951 Der erste Metall-Akja kommt auf die Hütte.
  • 1952 Eine Feldtelefonleitung nach Losenheim wird verlegt.
  • 1954 Ein geräumiger Vorbau mit Geräteraum und frei zugänglichem Not- Unterstandsraum wird errichtet. Die Hütte erhält ein Blechdach und eine Wandverkleidung aus Eternit.
  • 1955 Oberhalb der Steilstufe wird ein Verschlag für einen Akja errichtet.
  • 1957 Zum 20jährigen Hüttenjubiläum wird bei der Hütte ein Gedenkstein mit den Namen der verstorbenen Kameraden der Ortsstelle Wien errichtet.
  • 1959 Erste Versuche mit Funkgeräten.
  • 1964 Nach mehreren Schiunfällen werden mit Erlaubnis der Forstdirektion Hindernisse in der Schiabfahrt gesprengt.
  • 1966 Die erste brauchbare Funkverbindung mit der Fischerhütte wird eingerichtet.
  • 1967 Am Feldherrnhügel, in der Nähe der Hütte, wird ein Hubschrauber-landeplatz errichtet.
  • 1972 Ein Sauerstoff-Beatmungsgerät wird auf die Hütte gebracht.
  • 1974 Der alte Rauchfang wird durch einen Metallschornstein ersetzt.
  • 1976 Nach schweren Windwürfen muss der Weg auf die Hütte mit der Motorsäge freigeschnitten und die Feldtelefeonleitung erneuert werden.
  • 1978 Ein neuer Brennholzschuppen wird gebaut.
  • 1979 Die Isolierung des Hüttendaches wird erneuert.
  • 1980 Nach Zuteilung neuer Funkfrequenzen wird ein Funkgerät mit 2m-Band in der Hütte installiert.
  • 1981 Eine Photovoltaikanlage zur Stromversorgung der Funkanlage wird           errichtet.
  • 1987 Das Blechdach der Hütte wird erneuert.
  • 1988 Ein neuer, höherer Mast für Solarpaneele und Funkantennen wird aufgestellt.
  • 1993 Ein zusätzlicher Holzschuppen im Eingangsbereich wird errichtet.
  • 1994 Ein kleiner Zubau mit einer Regenwasserzisterne wird montiert.
  • 1996 Der Ofen der Hütte wird erneuert. Die Solarstromanlage wird erweitert.
  • 1997 Zum 60jährigen Jubiläum wird die Hütte generalsaniert: Die Fenster werden erneuert, die vermorschte Rückwand der Hütte muss erneuert werden, die Eternitschindeln der Fassade werden durch Lärchenschindeln ersetzt.
  • 1998 Die Solarstromversorgung der Hütte wird erneuert. Der Solarstrom reicht nun auch für Licht und den Betrieb einfacher Elektrogeräte aus.
  • 2000 Neue Möbel (Eckbank, Tische und Sessel) werden auf die Hütte gebracht.
  • 2001 Der Schlittenverschlag an der Forststraße wird erneuert.
  • 2002 Eine GSM Telefonanlage wird installiert.
  • 2010 Montage des neuen Aluminiumdaches