15. Jänner 2012 - Am Sonntag wurden Puchberger und Wiener Bergretter zu einem Alpineinsatz auf den Schneeberg gerufen. Zwei slowakische Wanderer waren in Bergnot geraten und hatten Erfrierungen erlitten.
Das Duo erklomm den Schneeberg mit teils unzureichender Ausrüstung: bereits am Samstag versuchten die beiden bei Sturm und Schneetreiben die geschlossene Fischerhütte auf dem Schneeberg zu erreichen. Sie schafften dieses Ziel, jedoch kamen die Zwei unterkühlt im offenen Winterraum an. Sie haben Erfrierungen im Gesicht und an den Händen erlitten.
25 ÖBRDler, drei Alpinpolizisten im Einsatz
Ein dritter Bergsteiger, der umgekehrt war, alarmierte gegen Sonntagvormittag die Rettungskräfte. Die beiden Wanderer wurden zuerst von zwei Bergrettern der Ortsstelle Wien erstversorgt und dann mit Unterstützung der Bergrettung Puchberg abtransportiert. Die zwei Verletzten und einige Bergretter verbrachten die Nacht von Sonntag auf Montag am Dammböckhaus. Montagfrüh wurden die Slowaken mit einem Hubschrauber des Innenministeriums und einem Notarzt ins KH Wr. Neustadt gebracht.
An einem der letzten schönen Sonntage im Sommer fand eine Felsübung mit 26 Bergrettern im Umfeld der Siegenfelder Platte bei Baden statt. Die Schwerpunkte bildeten das Bewegen im Fels und steilen Gelände und die Erste-Hilfe sowie die Versorgung und Behandlung von Verletzten.
Geübt und wiederholt wurde Standplatzbau, Bewegen am Seilgeländer, dessen Auf- und Abbau und die Kapperbergung. Der spezielle Umgang mit Schwerverletzten mit Rückenverletzungen wurde geschult, dabei wurde ein besonderes Augenmerk auf die Schienung der Halswirbelsäule mit Stifneck und SamSplint und die Umlagerung und Schienung mittels Vakuummatraze gelegt.
Das Highlight war eine Einsatzübung. Ein Alt-Bergretter stellte sich als Verletzter zur Verfügung. Übungsannahme war ein Sturz beim Klettern, durch sein Verletzungsmuster war ein Abtransport in Gebirgstrage mit Vakuummatraze nötig. Um den Aufstieg zu erleichtern wurde die UniversaltrageUT-2000 verwendet. Diese ist leichter als die Gebirgstrage und verfügt über eine eigenes Tragesystem und kann daher im schwierigeren Gelände einfacher und auch sicherer zum Einsatzort gebracht werden. Unter den wachsamen Augen eines Bergrettungsarztes wurden die Verletzungen versorgt und der Patient in die Trage gelegt. Anschließend wurde der Verunglückte mit zwei Bergrettern zu der, bereits am Wandfuß wartenden, Bodenmannschaft abgeseilt. Mit dem Eintreffen der kompletten Einsatzmannschaft am Ausgangspunkt, wurde die Übung von den Beiden Einsatzleitern (Berg und Tal) beendet. Das Feedback der Ausbildungsleitung war positiv, kleinere Fehler wurden gemeinsam besprochen, vom Arzt wurden zusätzlich Tipps zur Versorgung der Verletzungen gegeben.
Weitere Bilder sind in der Galerie.
Ein 49-jähriger Waldviertler wurde am Freitag 8. April als vermisst gemeldet. Am Samstag suchte die Ortstelle Puchberg des Gebiet in dem sein Handy geortet wurde ab. Wegen des starken Windes war der Einsatz von Hubschraubern nicht möglich. Es wurde lediglich ein Rucksack gefunden, ob er dem Vermissten gehört, konnte nicht festgestellt werden. Am Samstagabend wurde vom Einsatzleiter Gebietsalarm ausgelöst.
Am Sonntag um 06.00 Uhr brachen 82 Bergretter, fünf Suchhunde und zehn Alpinpolizisten zur Suche im Bereich Breite Riss auf. Die einzelnen Suchgruppen wurden vom Einsatzleiter auf der Bürklehütte in ihr Suchgebiet geschickt. Am frühen Vormittag wurde eine leblose männliche Person im Bereich des Nandlgrats entdeckt. Nach Rücksprache mit der Polizei konnte er als die gesuchte Person identifiziert werden. Der Abtransport erfolgte auf Grund des sehr starken Windes mit der Gebirgstrage. In Puchberg konnte vom Arzt jedoch nur noch der Tod festgestellt werden.
Die diesjährige Winterübung, am Unterberg, fand mit motivierten 15 Bergrettern statt. Die Schwerpunkte waren Erste-Hilfe, Orientierung, GPS, Seil- und Akjatechnik. Außerdem diente sie als perfekte Vorbereitung für jene Kameraden die zum Winterkurs fuhren.
Auch dieses Jahr war unser Quartier das Unterberg- Schutzhaus, wo wir wie auch letztes Jahr bestens verpflegt wurden. Dank unserem Arzt Ferdinand Hirss konnten wir viel in dem Bereich der Ersten-Hilfe, Versorgung und Lagerung von Verletzten lernen.
Am Sonntag wurde eine Einsatzübung abgehalten den Verunfallten stellte Heinz Treyer dar. Er wurde mit Verdacht auf Wirbelverletzungen mit dem Akja abtransportiert. Bei der anschließenden Nachbesprechung zeigte Paul Schmidleitner die Auslösung eines Lawinenairbags vor.
Fotos sind alle von Peter Stitzl.
Einsatzbericht:
Die zwei Verunfallten Bergsteiger stiegen am 22.01.2011 gegen 07.45 Uhr über den Weningersteig in Richtung Bürklesteig auf. Nach dem Erreichen des Kamines verschlechterte sich der Zustand einer Person zusehends. Dem Mann wurde übel und konnte seine Finger nicht mehr spüren. Die Alarmierung erfolgte durch NOTRUF 144.
Gegen 22.00 Uhr wurden die Beiden von der Bergrettung Puchberg und Wien angetroffen, weiters geborgen und durch die Kameraden der Bergrettung Puchberg ins Tal begleitet. Der Einsatz endete um 02.00 Uhr. Insgesamt waren 14 Bergretter, davon vier von unserer Ortsstelle, an diesem Einsatz beteiligt.
Fotos sind alle von Thomas Deininger.
Am 11. September 2010 haben wir die jährlich stattfindende Sommerübung in der Ortsstelle und im Wienerwald durchgeführt. Diese wurde als Vorbereitung für die Verwendung des GPS Systems bei der Winterübung verwendet. Der Inhalt dieser Schulung war orientieren im Gelände. Aus diesem Grund versammelten sich zwölf engagierte Bergretter, an diesem schönen Spätsommersamstag, in der Ortstelle.
Ausbildungsleiter Paul Schmidleitner erklärte den anwesenden Übungsteilnehmern allgemeine kartografische Begriffe, Aufbau von Karten, Höhenlinien, etc. . Nach Auffrischung unserer Kartenkenntnisse konnten wir anhand von Übungsblättern das soeben erlernte überprüfen. Da sich Bergretter bei jeder Wetterlage im Gelände orientieren müssen, wurde das Hauptaugenmerk auf die korrekte Verwendung von Bussole, Planzeiger und Karte gelegt, diese erklärte Paul in seinem Vortrag.
Das Erlernte wurde anschließend sofort in die Praxis umgesetzt, jeder Übungsteilnehmer wurde mit einem Kartenausschnitt (Wienerwald Bereich Kaltenleutgeben), Planzeiger und Marschtabelle ausgestattet. Mit diesen Utensilien musste jeder für sich die Route, welche wir später abgehen werden, mit angegeben Wegpunkten planen. Nach Fertigstellung der Marschtabelle, fuhren wir in Fahrgemeinschaften nach Kaltenleutgeben zum Parkplatz nahe dem Kleinen Flößlberg.
Sofort nach Ankunft der kompletten Mannschaft, wurden Marschtabelle und Bussole ausgepackt und losmarschiert. Unsere Route führte uns durch unwegsames Gebiet, also ein perfektes Training für jeden Bergretter. Wir wanderten über den Kl. und Gr. Flößlberg, vorbei an der Luisenquelle, welche schwer zu finden war, zur Waldandacht. Von dort nahmen wir den Wanderweg zur Kammersteiner Hütte wo wir um 16.00 Uhr unser verspätetes Mittagessen, welches von der Ortsstelle bezahlt wurde, einnahmen. Der Verdauungsspaziergang führte uns gemäß Marschtabelle zur Teufelsteinhütte und zurück zum Parkplatz, wo die anschließende Nachbesprechung stattfand. Die Gesamtlänge der Route betrug 4,2 Kilometer mit einer Höhendifferenz von 592 Metern.