Die Ortsstelle Hohe Wand nutzte vergangenes Wochenende die traumhaften Wetterbedingungen am Hochschwab um die gemeinsame Affinität für die Bergwelt auszuleben. Aufgeteilt in zwei Gruppen gab es ein durchorganisiertes Rahmenprogramm für jeden Geschmack – für die passionierten Wanderer sowie die Felsen-Geckos unter uns.
Die Wandergruppe, stationiert beim Alpengasthof Bodenbauer, genoss das wunderschöne Panorama mit ausgedehnten Wanderungen zur Häuselalm mit dem Sackwiesensee. Weiters wurde das Naturjuwel Grüner See in Tragöß genau unter die Lupe genommen. Beim Grünen See handelt es sich um eine mit kristallklarem Schmelzwasser gefüllte natürliche Senke die im Sonnenlicht türkis schimmernd so manchen Wanderer schon an die Karibik erinnert hat. Deswegen ist der Grüne See nicht nur den Wanderern sondern auch unter den Taucher bestens bekannt. Nach dem anschließenden Besuch des Wassermuseums ging es für die Wandergruppe am Sonntag wieder gemeinsam heimwärts.
Die Gruppe der Felsen-Geckos fuhr vom Treffpunkt Bodenbauer mit den KFZ’s weiter zum Parkplatz des Gasthof Schwabenbartl (760m). Nach 2 stündigen Aufstieg erreichten wir unser Basislager der nächsten 2 Tage - die Herzerhütte (1.484m ) auf der Fölz Alm.
Die Herzerhütte, klein aber fein, lässt das Bergsteigerherz einfach höher schlagen – von der Ausstattung zwar spartanisch - das "Badezimmer" ist die Regentonne hinter dem Haus - hat uns die Hüttenwirten Irmgard aber mit so manchen Schmankerl und Schmäh die nächsten Tage vorzüglich eingekocht. Am Abend wurden in der heimeligen Herzer-Hütte die alpinen Touren in der Gruppe abgestimmt, festgelegt und die Seilschaften definiert.
Hatten wir am Freitag beim Aufstieg zur Herzer Hütte noch leichten Nieselregen, so wurden wir am Samstag mit strahlend blauem Bergpanorama geweckt. Nach einem zünftigen Frühstück ging es über den Südgrat der Schartenspitze mit Zwischenstopp am Schartenspitzgipfelkreuz (das einzige Gipfelkreuz das ich kenne mit einer Glocke - (Topo)) weiter über den Direkten Westgrat des Winkelkogel zum Gipfel des Winkelkogels (Topo). Es handelt sich bei den absolvierten 500 Höhenmetern um eine lässige alpine Tour in großteils festen Fels. Die Route bewegt sich meist am Grat entlang und da meist nur die Stände mit Bohrhaken abgesichert sind, bedarf es schon etwas Spürsinn beim Finden der gedachten Routen. Für die Absicherung zwischen den Ständen ist mit Keilen, Tri-Cams bzw. Friends selbst zu sorgen. Meist bewegt sich die Schwierigkeit zwischen 2 bis 3 wobei es einige wenige 4- Stellen auch zu bewältigen galt.
Nach einem gemeinsamen gemütlichen "Chill-Out" am Gipfel des Winkelkogels, ging es dann auf einer spektakulären vorbereiteten Abseilpiste mit unseren Halbseilen (2x60Meter) heimwärts zur Herzer Hütte – den ersten gelungenen Tag ließen wir bei zünftiger Hüttenkost und vielen gemeinsamen Erlebnissen ausklingen.
Am Sonntag ging es dann von der Fölz Alm (1.484m) über den Fölz Sattel an der Voitsthaler Hütte (1.660m) vorbei zum Einstieg der Waiblkante um den Westlichen Edelspitz (1.870m) zu erreichen. Bei der Waiblkante (4-) handelt es sich um eine schöne, kurze Kletterei (130Hm) im Nahbereich der Voitsthalerhütte, die im Gegensatz zu der Kletterei am ersten Tag mit Bohrhaken ausreichend saniert wurde (Topo). Vom Westlichen Edelspitz haben wir dann mit einer weiteren Seillänge (4-) noch den eigentlich Edelspitz „abgestaubt“ um nach einem tollen Abseiler (ca 45Meter) schlussendlich zur Fölz Alm zurückzukehren.
Schweren Herzens mussten wir Abschied nehmen von dieser wunderbaren Naturlandschaft. Kameradschaftlich gestärkt, mit vielen Eindrücken und Erlebnissen bereichert freuen wir uns auf den nächsten Ausflug… und ganz zum Schluß unser Dank an Andreas Rassner für die Organisation.
Text: Robert Placek
Fotos: Andrea Cerny