Das Duo erklomm den Schneeberg mit teils abenteuerlicher Ausrüstung: Ohne Mützen und ohne Handschuhe versuchten die beiden bereits am Samstag bei Sturm und Schneetreiben die geschlossene Fischerhütte auf dem Schneeberg zu erreichen. Sie schafften dieses Ziel, jedoch kamen die beiden unterkühlt im offenen Winterraum an. Sie haben Erfrierungen im Gesicht und an den Händen erlitten.
25 ÖBRDler, drei Alpinpolizisten im Einsatz
Ein dritter Bergsteiger, der umgekehrt war, alarmierte gegen Sonntagmittag die Rettungskräfte. Die beiden Wanderer wurden zuerst von zwei Bergrettern der Ortsstelle Wien erstversorgt und dann mit Unterstützung der Bergrettung Puchberg ins Tal abtransportiert. Der Einsatz mit 25 Bergrettern und drei Alpinpolizisten lief Sonntagabend noch.
Nachtrag:
Die Bergretter und die zwei Verletzten verbrachten die Nacht von Sonntag auf Montag am Dammböckhaus, Montagfrüh wurden die Slowaken mit einem Hubschrauber des Innenministeriums und einem Notarzt ins KH Wr. Neustadt gebracht.
Helmut Frießenbichler
Ein 40-jähriger Niederösterreicher konnte Sonntagfrüh am Ötscher (1.893m) unverletzt aus einer Höhle geborgen werden. Der Mann aus St. Pölten war seit Samstagabend vermisst, Bergretter und Höhlenretter waren die ganze Nacht im Einsatz.
Der St. Pöltener wollte ursprünglich mit einem Freund in eine Karsthöhle am Ötscher, dem rund 500 Meter teifen Taubenloch, bis zum sogenannten Melkerdom hinabsteigen. Sein Freund sagte jedoch kurzfristig ab und der St. Pöltener ging alleine. Nachdem der Mann sich aber nicht wie ausgemacht am Abend bei seinem Vater gemeldet hatte, schlug dieser um 21.45 Uhr Alarm.
Die Retter konnten durch Telefonate herausfinden, dass er von der Nestelbergsäge (759m) im Norden des Ötschers aufgestiegen war. Nachdem aber kein Rucksack vorm Höhleneingang (etwa 1.700m) am Taubenloch gelegen hatte, oder ein anderes Anzeichen seiner Anwesenheit in der Höhle vorgefunden werden konnte, wurde schließlich die Gegend von Nestelbergsäge bis zum Höhleneingang und die Höhle selbst die ganze Nacht lang abgesucht.
Um 08.19 Uhr kam es dann zum ersten Rufkontakt mit dem Vermissten in der Höhle. Der Mann konnte kurz darauf unverletzt von der Höhlenrettung geborgen werden. Er gab an, sich in der Höhle verirrt und die ganze Nacht nach einem Ausgang gesucht zu haben. Nachdem er einen gefassten Eindruck machte und die Einlieferung in ein Krankenhaus verweigerte, wurde er von den Bergrettern bis zu seinem Motorrad am Parkplatz der Nestelbergsäge begleitet.
An dem Einsatz waren 13 Bergretter der Ortsstellen Mitterbach und Lackenhof, sieben Alpinpolizisten und 20 Höhlenretter beteiligt.
Anna Walli (17. Juli 2011)

Der Gerettete (mit Beinverband) und seine Retter von der BR Mitterbach, Alpinpolizei und Höhlenretter. / Bild: Christine Hofmann
Montag, der 23. August war hatten die Einsatzkräfte der Ortsstellen Lackenhof und Mitterbach viel zu tun. In den frühen Morgenstungen mussten drei Kletterer mit dem Hubschrauber aus der Ötscher-Nordwand gerettet werden, nachdem sie die Nacht im Fels verbracht hatten. Nicht so viel Glück hatte ein Mann aus Purgstall. Er glitt auf dem Rauhen Kamm aus und stürzte in den Tod.
Drei Kletterer aus Wien mussten Montagfrüh aus der Ötscher-Nordwand geborgen werden. Die 34-, 37- und 42-jährigen gebürtigen Tiroler brachen am Sonntag zu der Klettertour auf, als ihnen gegen 15.00 Uhr durch einen Steinschlag ein Seil riss. Die erfahrenen Kletterer entschieden sich vorerst, die Tour fortzusetzen, verstiegen sich aber in der Wand, und saßen schließlich unter einem Felsvorsprung fest. Gegen Mitternacht alarmierten sie dann die Einsatzkräfte.
„Zehn Bergretter stiegen zu den Männern auf und waren nur etwa 100 Meter von den ihnen entfernt. Da die Steinschlaggefahr jedoch zu groß war, konnten die Männer in der Nacht nicht geborgen werden“, sagt Johann Egger, Einsatzleiter der Ortsstelle Lackenhof. Die Tiroler mussten daher bei etwa 15 Grad über Nacht in der Wand ausharren.
Gegen 06.00 Uhr startete der Hubschrauber des Innenministeriums um die Kletterer mittels Seilbergung aus der Wand zu holen. Der Einsatz gestaltete sich zunächst schwierig, da die unverletzten Männer unterhalb des Felsvorsprunges schwer zu bergen waren. Schließlich verlief die Rettungsaktion aber ohne Probleme. Die Entscheidung, nicht weiterzusteigen und in den Felsen auszuharren und auf Hilfe zu warten sei jedenfalls richtig gewesen, hieß es seitens der Bergrettung.
Tragischer verlief ein Einsatz ein paar Stunden später. Eine Frau schlug gegen 19.30 Uhr Alarm weil ihr Begleiter ins Südkar abgestürzt war. Das Ehepaar aus Purgstall/Erlauf war über den Rauhen Kamm zum Gipfel des Ötscher aufgestiegen, als ein schweres Gewitter aufzog. Franz P. dürfte bei den „Eisenstiften“, einer ausgesetzten Stelle, ausgeglitten sein und stürzte 100 bis 150 Meter in die Tiefe. Die Frau stieg zum Ranecksattel ab und alarmierte die Rettungskräfte.
Trotz des Gewitters und der einbrechenden Dunkelheit gelang es der Besatzung des ÖAMTC-Hubschraubers C 15 aus Ybbsitz den Verunglückten auf etwa 1.600 Metern Seehöhe zu orten. Sechs Bergretter der Ortsstelle Lackenhof und sechs Bergretter aus Mitterbach waren schließlich an der Seilbergung beteiligt, für den 44-Jährigen kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Anna Walli
Zu einer dramatischen Rettungsaktion kam es am 23. April im Erlauftal: Ein Lastwagen war mit einem entgegenkommenden Laster kollidiert, wobei einer der beiden Lkw-Züge in die Erlauf stürzte. Der Fahrer war im Führerhaus eingeklemmt, als zufällig das Canyoning-Rettungsteam der Bergrettung – am Weg zu einer Ausbildung in Deutschland – vorbeikam.
Ernst Kölch und eine Canyoning-Truppe gingen sofort in Einsatz und konnten den Fahrer so lange über Wasser halten, bis die Feuerwehr mit einem Spreitzer angerückt kam und den Verunglückten aus seiner misslichen Lage befreien konnte.
Der Fahrer hatte einen Armbruch erlitten und war – nachdem er eine dreiviertel Stunde im kalten Erlaufwasser verbringen musste – schwer unterkühlt. Er wurde von der Rettung ins Krankenhaus gebracht.
Die Bergretter kamen noch rechtzeitig nach Augsburg, mussten aber den Verlust von einigen Bergseilen und zweier Neopren-Anzüge beklagen. Sie waren „verdieselt“ und zerrissen.
H. Friessenbichler

Bilder: Bergrettung/Lengauer

Bilder: Bergrettung/Lengauer

Bilder: Bergrettung/Lengauer