Bergrettung auch in der Nacht gefordert

Archivbild Nachteinsatz ©ÖBRD
Das alpine Notsignal kann optisch oder akustisch gegeben werden

In der ersten Augustwoche sind Niederösterreichs Bergretter zu drei Einsätzen in der Nacht gerufen worden. Zwei Einsätze am Schneeberg und einer am Gießhübl fanden glücklicherweise einen guten Ausgang.

Am 5. August wollte zwei Freundinnen über den Herminensteig absteigen. Aufgrund der unterschiedlichen konditionellen Verfassungen trennten sich die beiden Frauen im Abstieg auf dem oberen Herminensteig, hielten jedoch Telefonkontakt, welcher gegen 17:00 aber abbrach. Die 36-Jährige Frau kam vom Weg ab und geriet in den angrenzenden Schneidergraben. Als sie bei ihrem Auto eintraf, musste sie feststellen, dass ihre 37-jährige Freundin auch nach längerem warten dort nicht eintraf. Kurz vor 22.00 Uhr verständigte sie die Bergrettung, die sich mit 17 Mann auf die Suche machte. Auch zwei Beamte der Alpinpolizei Neunkirchen und ein BMI-Hubschrauber mit Wärmebildkamera waren beteiligt. Der Hubschrauber musste jedoch nach kurzer Zeit wegen einer aufziehenden Gewitterfront abbrechen. Gegen Mitternacht konnte ein Bergretter Ruf- und Sichtkontakt mit der Frau herstellen. Sie war unverletzt und konnte ins Tal begleitet werden.

Ein ähnliches Schicksal wurde an derselben Stelle eine Woche zuvor einer Gruppe zum Verhängniss. Am 29. Juli wurde die Bergrettung Puchberg alarmiert, weil sich im Schneidergraben sieben Personen befanden, die nicht mehr weiterkonnten. Eine Einsatzmannschaft stieg um 22.45 Uhr zu der angegebenen Stelle auf und fand dort sechs unverletzte Personen vor. Nach Angaben der Gruppe befand sich eine weitere Person ein Stück weiter in Richtung Hochschneeberg und konnte dort ebenfalls nicht mehr weiter. Die Gruppe wurde von einem Bergretter Tal gebracht während sich drei Männer auf die Suche nach der fehlenden siebenten Person machten. Diese konnte nach einigem Suchen in einer Seitenrinne des oberen Schneidergrabens unverletzt gefunden und ebenfalls ins Tal begleitet werde. Ursprünglich wollte die Gruppe eigentlich über den Herminensteig absteigen, verirrte sich jedoch und gelangte in den Schneidergraben.

Die Bergretter der Ortsstelle Wienerwald Süd wurden unter der Woche, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag kurz vor Mitternacht aus dem Bett geläutet. Ein Mann machte sich sorgen um seinen Freund, der noch nicht vom Spaziergang im Naturpark Föhrenberge zurück war und dessen Auto noch am Parkplatz stand. Während die Mannschaft sich zum Ausgangspunkt der Wanderung in Gießhübl begab, traf aber glücklicherweise die Meldung der Lebensgefährtin des Gesuchten ein, dass dieser soeben zuhause angekommen sei.

Tipps der Bergrettung
Um Situationen dieser Art zu vermeiden, rät die Bergrettung:

  • Planen Sie Ihre Tour konsequent und sorgfältig im Vorfeld der Wanderung. Nehmen Sie sich eine Karte mit oder drucken Sie einen Kartenausschnitt aus. Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Wegweiser, sie könnten auch fehlen.
  • Trennen Sie sich in einer Notsituation niemals von der Gruppe!
  • Nehmen Sie eine Taschenlampe oder Pfeife mit, um optische oder akustische Signale geben zu können. Sie können auch den Blitz der Kamera verwenden. Das alpine Notsignal – siehe Bild.
  • Informieren Sie eine Person über die geplante Tour und wann sie voraussichtlich wieder zurück sein werden. Geben Sie Bescheid, falls Sie sich verspäten.
  • Achten Sie darauf, dass ihr Handyakku voll geladen ist.
  • Alarmieren Sie die Einsatzkräfte rechtzeitig, bei Tageslicht ist vieles einfacher.
  • Werden Sie Förderer der Bergrettung. Für 24 Euro jährlich übernimmt die Versicherung die anfallenden Bergungskosten. 

Die sieben Sicherheitstipps der Bergrettung

Bergrettung rechnet für 2016 mit Rekordjahr bei Einsatzzahlen

Erste Hochrechnungen lassen für das Einsatzjahr 2016 an die 8.000 zu bergende Personen erwarten. Damit rechnet der Österreichische Bergrettungsdienst (ÖBRD) in mehrfacher Hinsicht mit einem traurigen Rekord.

Der Österreichische Bergrettungsdienst (ÖBRD) schlägt Alarm: Aufgrund der derzeit vorliegenden Daten muss geschlossen werden, dass 2016 in mehrfacher Hinsicht ein Rekordjahr wird. Bei voraussichtlich mehr als 7.700 Einsätzen dürften erstmals an die 8.000 Menschen geborgen werden müssen. Die Zahl markiert einen Allzeitrekord für die Leistungen der Bergretter. Allein in den vergangen zehn Jahren ist die Zahl der Einsätze um über 30 Prozent gestiegen. 12.500 freiwillige Bergrettungsfrauen und -männer stehen dazu in Österreich rund um die Uhr in 291 Ortsstellen bereit. 220 Suchhunde unterstützen bei Lawinen- und Sucheinsätzen.

45 Prozent der Unfallopfer sind Wanderer
Auch die genauere Betrachtung der Unfallarten eröffnet Alarmierendes. Würde man gemeinhin erwarten, dass Alpinunfälle vor allem bei spektakulären Besteigungen im hochalpinen Gebiet passieren, sind es, ganz im Gegenteil, vor allem Menschen bei relativ leichten Wanderungen auf gut gesicherten und markieren Wegen und Steigen, die zu Schaden kommen. Über 45 Prozent der Bergungen und, besonders markant, fast zwei Drittel (genau 64,7 Prozent) der Todesopfer sind hier zu beklagen.
Etwa gleich hoch ist der Anteil der Pistenunfälle mit 46,5 Prozent. In diesem Zusammenhang warnen die Bergretter auch vor unvorbereitete Variantenfahren abseits der gesicherten Pisten. "Lawinengerechtes Verhalten ist ein absolutes Muss", so ÖBRD-Präsident Franz Lindenberg.

"Bedingt durch die vermehrte Inanspruchnahme des alpinen Raumes, häufen sich auch die unterschiedlichsten Notsituationen. Waren es 2006 noch unter 6.000 Einsätze jährlich, sind mittlerweile beinahe 8.000 Einsätze zu leisten", berichtet ÖBRD-Präsident Franz Lindenberg. Die Ausbildung eines Bergretters dauert bis zu fünf Jahre, dann folgt eine kontinuierliche Fortbildung, um für alle Einsätze bestmöglich gerüstet zu sein. "Die Ausbildung der freiwilligen Bergretter wird anspruchsvoller und  zeitaufwändiger. Auch die Ausrüstung muss an die verschiedenen Einsatzszenarien laufend angepasst werden. Beides kostet immer mehr Geld", führt Lindenberg weiter aus. Neben der Hilfeleistung ist auch Unfallprävention eines der Anliegen der Österreichischen Bergrettung.

"Um das Risiko möglichst zu minimieren und Unfälle weitgehend verhindern zu können, bedarf es der richtigen Selbsteinschätzung, einer guten Tourenplanung, der entsprechenden und guten Ausrüstung sowie dem Vermögen, in Notsituationen richtig und schnell reagieren zu können. Sollte dennoch ein Notfall eintreten, ist die Bergrettung unter der Notrufnummer 140 immer erreichbar", so Präsident Franz Lindenberg.

Ausbildung für Habeler essentiell
Die Aus- und Weiterbildung durch Profis ist wichtig, um Unfälle zu vermeiden. Peter Habeler, Bergführer und Extrembergsteiger, unterstreicht die Bedeutung einer fundierten Ausbildung, um Notfallsituationen bestmöglich zu vermeiden und erklärt: "Die in den Sicherheitstipps der Bergrettung angeführten Inhalte sollte jeder Alpinist und Outdoor-Sportler berücksichtigen. Aber nicht nur für Touren in den großen Wänden der Alpen wird Ausbildung benötigt. Auch grundsätzlich weniger risikobehaftete Aktivitäten wie z.B. das Wandern werden oftmals unterschätzt und bedürfen entsprechender Fähigkeiten und Kenntnisse". "Die Österreichischen Berg- und Skiführer bieten dazu umfassende und ausgezeichnete Ausbildungen und Unterstützungen für jede Form von alpinistischen Betätigungen an. Neben der Freude am Berg ist dabei die Unfallvermeidung immer ein zentrales Thema", ergänzt Lindenberg.

Lotterien und Bergrettung seit 10 Jahren Partner
Seit 10 Jahren unterstützen auch die Österreichischen Lotterien den Österreichischen Bergrettungsdienst durch die Finanzierung von Projekten und finanzielle Zuwendungen. Generaldirektor Karl Stoss, selbst routinierter Alpinist: "Wir haben erkannt, dass manchmal auch die Helfer selbst Hilfe brauchen. Beispielsweise bei der Ausrüstung. Kaum jemand denkt darüber nach, dass die persönliche Ausrüstung wie Klettergurt, Ski und Helm oder Kleidung zum größten Teil von den Bergrettern selbst finanziert wird. Daher haben wir uns in den vergangenen Jahren bemüht, bei größeren, kostenintensiven Anschaffungen zu helfen. So war mit unserer Unterstützung z.B. die Ausstattung mit GPS- und diversen Rettungsgeräten möglich, der Ankauf von Transportsäcken sowie eines Smartboards und einiges mehr."

Freilich sind aufwendige Bergungsmanöver oft sehr teuer. Daher sollten Alpinisten, egal ob im Hochgebirge oder beim gemütlichen Wandern, und Tourengeher eine entsprechende Versicherung abschließen. Der Österreichische Bergrettungsdienst bietet dafür, als Teil der Fördermitgliedschaft, auch eine umfassende und weltweit geltende Bergungskostenversicherung an.

ÖBRD Bundesverband Kontakt:
Franz Lindenberg
Präsident ÖBRD
Tel.: 0664/545 35 20
E-Mail: office(at)bergrettung.at

Martin Gurdet
ÖBRD Bundesgeschäftsführer
Tel.: 0664/810 13 65
E-Mail: office(at)bergrettung.at

Fünf alpine Nachteinsätze in vier Tagen

Bild: ÖBRD NÖ/W

In den letzten Tagen des Septembers musste die Bergrettung in Niederösterreich zu fünf Nachteinsätzen ausrücken. Am Sonntag, den 25. September, fanden in Puchberg, in St. Aegyd und in St. Corona nahezu zeitgleich drei Einsätze statt, am Montag darauf rückte die Ortsstelle Kleinzell aus und am Mittwoch wurde in Reichenau alarmiert. Die Bergrettung Niederösterreich / Wien appelliert an die Wanderer und Kletterer, bei einem Unfall rechtzeitig die Einsatzkräfte zu alarmieren und bei der Touren-Planung an die kürzer werdenden Tage zu denken.

Am Sonntag kurz vor 19.00 Uhr ging auf den Handys der Puchberger Bergretter eine Einsatzmeldung ein. Auf dem nördlichen Grafensteig hatte sich eine 27-Jährige eine Knieverletzung zugezogen. Die junge Frau konnte gegen 21.30 Uhr von der Mannschaft sicher ins Tal gebracht werden.

In St. Corona am Wechsel wurde die Mannschaft gegen 19.30 Uhr wegen eines angängigen 74-Jährigen alarmiert. Er ging auf dem Weg vom Hergottschnitzerhaus in Richtung Tal hinter seiner Frau, die nach einiger Zeit sein Verschwinden bemerkte. Sie alarmierte die Bergrettung, die sich mit sieben Mann auf die Suche nach dem Vermissten begab. Eine Stunde später konnte der Mann gefunden und sicher zum Parkplatz gebracht werden.

Auch im Gebiet Mitte mussten Bergretter am Sonntag ihre Stirnlampen auspacken. In St. Aegyd traf gegen 20.00 Uhr ein Alarm ein. Ein Mann benötigte Hilfe, er hatte kein Wasser mehr und irrte ohne Licht im Dunkeln im Bereich der Hofalmhütte umher. Fünf Bergretter konnten ihn schließlich finden und zu seinem Auto geleiten.

Weitaus tragischer endete der Einsatz am Montag in Kleinzell. Ein 74-jähriger Mann erlitt während der Jagd gegen 19.00 Uhr einen Herzinfarkt. Sein Begleiter alarmierte umgehend die Einsatzkräfte. Die Bergrettung war mit einem Notarzt und einem Sanitäter schnell vor Ort. Der Jäger wurde während dem Transport zum Rettungswagen reanimiert, verstarb aber im Krankenhaus.

Am Mittwoch konnte in Reichenau an der Rax eine Wandergruppe in der Dunkelheit aus einer misslichen Situation gerettet werden. Acht Personen, darunter vier Kinder, verirrten sich auf dem Abstieg über den Wachthüttlkamm. Sie nahmen die falsche Abzweigung und kamen ins immer schwieriger werdende Gelände des Preintalersteiges, einem Kletteranstieg mit der Schwierigkeit 1 – 2. Gegen 19.45 Uhr alarmierte die Gruppe die Einsatzkräfte über den Euro-Notruf 112. Die Ortsstelle Reichenau rückte mit 14 Bergrettern aus und konnte die Wanderer gegen Mitternacht unversehrt zu ihren Autos bringen.

Zeitgerechte Alarmierung im Notfall wesentlich
Mit einer zeitgerechten und effizienten Alarmierung trägt man wesentliches zur Rettung bei. Im unwegsamen Gelände in eine ungünstige Lage zu kommen, passiert schneller als einem lieb ist. Immer wieder hören Bergretter im Gespräch mit Geretteten, dass sie sich anfangs nicht trauten, einen Notruf abzusetzen. Meist geschieht dies aus Angst wegen unzureichender Ausrüstung oder mangelnder Kenntnisse zurechtgewiesen zu werden. Diese Angst ist aber unbegründet, da die Bergrettung da ist, um Menschen in Not zu helfen und nicht um sie zu maßregeln. Es ist daher wichtig, dass Notrufe früh genug abgesetzt werden, da Einsätze in der Nacht gefährlicher sind.

Ein Notruf wird in Österreich am besten über den Alpinnotruf 140 oder der Euronotruf 112 abgesetzt. Der Melder wird dann in einer Rettungs-Leitstelle mit einem Disponenten verbunden, der sich über ein Abfrageschema über die Situation ein Bild machen kann. Möglichst genaue Angaben über seinen Standort, die Wettersituation und den Notfall erleichtern die Rettung wesentlich.

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Vielzahl von Alpinunfällen in NÖ - Bergrettung im Dauereinsatz

Bergung aus dem Steilgelände / Archivbild ÖBRD

Am letzten Augustwochenende verging kein Tag ohne alpine Unfälle in Niederösterreich. Die Bergrettung war bei der Bergung von Bergsportlern im Dauereinsatz. Eine besonders schwierige Bergung bewältigte die Ortsstelle Reichenau an der Rax, dort mussten elf Kletterer eine Nacht in der Wand ausharren.

Das schöne Spätsommerwetter lockte nicht nur viele Wanderer, Bergsteiger und Kletterer in die Berge, auch andere Outdoor-Sportler wie Paragleiter und Mountainbiker waren in großer Zahl in den Bergen Niederösterreichs unterwegs. Leider kam es zu einer ganzen Serie von Unfällen, 23 Einsätze wurden allein über den alpinen Notruf 140 registriert.

Eine Häufung und somit besonders viele Einsätze waren in den Bergen um Mitterbach, am Semmering Reichenau an der Rax, Puchberg am Schneeberg und Grünbach/Hohe Wand zu verzeichnen. Aber auch im Wienerwald, im Triestingtal, in den Türnitzer Alpen, der Wachau und in Lunz am See/Dürrenstein wurden die Bergretter zu zum Teil schweren Einsätzen gerufen.

Nachteinsatz auf der Rax
Der härteste Einsatz war wohl in der Nacht von Freitag den 26. August auf Samstag 27. August zu bewältigen. Um 21 Uhr wurde die Bergrettung Reichenau zu einem Notfall gerufen. Auslöser war der Unfall eines 14-jährigen Mädchens am Preintalersteig im "Großen Höllental" an der Rax. 15 Bergrettungsmänner aus Reichenau stiegen zur Verletzten auf, dabei stellte sich heraus das, dass sich insgesamt elf Bergsteiger, zehn tschechische und ein slowakischer Staatsbürger, auf dem versicherter  Klettersteig so verstiegen hatten das sie nicht mehr vor noch zurück konnten.

Die Bergretter errichteten mehre Seillängen "Seilgeländer" und erreichten die Touristen um drei Uhr morgens. Da eine Bergung einer so großen Personengruppe in der Nacht nicht möglich war, wurde für die Gruppe ein Biwak errichtet. Nach Tagesanbruch konnten dann alle vom Hubschrauber des Innenministerium in elf Tauflügen ins Tal gebracht werden. Die Bergung dauerte insgesamt elf Stunden.

Touren sorgfältig planen
Die Bergrettung appelliert einmal mehr an alle die in die Berge gehen, Touren nur mit ausreichender Vorbereitung zu unternehmen. Dazu gehören die ausführliche Tourenplanung, entsprechende Ausrüstung und Verpflegung, die richtige Selbsteinschätzung, das richtige Tempo, eine gute Wettereinschätzung und die richtige Reaktion bei Notfällen – Alpinnotruf 140!

Sicherheitstipps der Bergrettung

Nächtliche Suchaktion auf dem Schneeberg mit glücklichem Ausgang

Am Abend des 17. Mai wurde die Bergrettung zu einem Sucheinsatz im Gebiet des Kuhschneebergs gerufen. Die Hüttenwirte der Edelweißhütte am Faden in Losenheim alarmierten gegen 19.30 Uhr die Bergrettung Puchberg, nachdem ein Nächtigungsgast nicht wie erwartet nach seiner Tour zurückgekehrt war. Der gesuchte Mann konnte in den Morgenstunden gefunden werden.

Der in Wien lebende Südkoreaner war am späten Vormittag, mit der Absicht am Abend wieder auf der Hütte zu sein, zu einer Wanderung in Richtung Fadenweg aufgebrochen. Seine Route führte ihn, wie erst später bekannt wurde,  über den Kuhschneeberg auf das Klosterwappen und wieder retour Richtung Faden.

Nachdem der 55-Jährige in den Abendstunden nicht wie erwartet auf der Hütte eintraf, wurde die Bergrettung Puchberg und die Alpinpolizei verständigt. Nach Abklärung der Umstände wurde eine Einsatzmannschaft, unter Mithilfe der Nachbarortsstellen Reichenau und Grünbach, zusammengestellt und der Hubschrauber des Innenministeriums zu einem Suchflug alarmiert. Schnell wurde klar, dass sich die Suche in die späten Abend- bzw. Nachtstunden ziehen wird. Eine Handyortung konnte das Gebiet, indem sich die abgängige Person befinden musste, eingrenzen, welches anschließend von etwa 20 Bergrettern systematisch durchkämmt werden konnte.

Aufgrund niedriger Temperaturen und eisigen Windes war Eile geboten. Schließlich konnte Kontakt mit der Ehefrau hergestellt werden, die den Rettungskräften ein Telefonat mit ihrem Mann weitergab. Es stellte sich heraus, dass er auf einem Hochstand auf 1.460 Metern Seehöhe Schutz gefunden hatte. Diese Informationen halfen schließlich, den Gesuchten um 1.00 Uhr in der Früh ausfindig zu machen. Mit leichten Abschürfungen, einem in Mitleidenschaft gezogenen Knie und ein wenig unterkühlt, konnte der Wanderer mittels KFZ der Bergrettung zur Edelweißhütte und weiter ins Tal verbracht werden. Um 3.00 Uhr in der Früh konnte schließlich das Einsatzende gegeben werden.

Drei verirrte Wanderer auf dem Dürrenstein gerettet

Drei im Nebel verirrte Wanderer auf dem Dürrenstein (1.878m) wurden am 1. Mai von den Bergrettungs-Ortsstellen Göstling und Lunz gesucht und auch gefunden. Die Bergsteiger waren im Gipfelbereich in Notlage geraten und setzten einen Notruf ab.

Die zwei jungen Männer und die Frau hatten im Bereich des Dürrensteingipfels auf dem "Alpinweg Hochkar 3" auf Grund des einfallenden Nebels die Orientierung verloren. Obwohl sie ein GPS-Gerät in Verwendung hatten, schlugen sie den falschen Weg ein und stiegen im Bereich Sonnstein (1.200m) Richtung Steinbach ab. Aufgrund der Erschöpfung einer Person und der fehlenden Orientierung verständigten sie gegen 18.00 den Notruf 140. Die Bergrettung Göstling rückte mit zwei Suchhunden in das beschriebene Gebiet aus und nahm die Suche nach den vermissten Personen auf. Auch die Nachbarortsstelle Lunz wurde zur Unterstützung gerufen.

Der ebenfalls verständigte Polizeihubschrauber "LIBELLE FLIR" konnte bald Sichtkontakt mit den Personen herstellen, auf Grund der einbrechenden Dunkelheit und des aufkommenden Nebels war eine Bergung aus der Luft allerdings nicht möglich.

Erschöpft aber unverletzt
Gegen 20.30 Uhr wurden die drei Personen zwar erschöpft aber unverletzt von den Kameraden der Bergrettung Göstling angetroffen. Nach der Erstversorgung durch einen Bergrettungsarzt wurden die Drei zum nächstgelegenen Forstweg begleitet und anschließend mit dem Bergrettungs-Fahrzeug in die Zentrale nach Göstling gebracht, wo sie mit Getränken und Essen versorgt wurden.

Auf Grund der Tatsache dass die Wanderer sehr gut ausgerüstet waren ist dieser Einsatz glimpflich ausgegangen. Es waren insgesamt 36 Bergretter, zwei Suchhunde sowie fünf Alpinpolizisten und ein Hubschrauber im Einsatz.

Nachteinsatz für Kletterer auf der Hohen Wand

Archivbild: ÖBRD - NÖ/W

Weil sich das Seil zweier Kletterer am Donnerstag, den 21. April, beim Abseilen verklemmt hatte, saßen die Beiden in der Felswand fest. Ihre Hilferufe wurden aber erst nach Einsetzen der Dunkelheit von Passanten am Fuße der Hohen Wand gehört, was einen Nachteinsatz der Bergrettung zur Folge hatte.

Hilferufe in der Dunkelheit hörten Personen am Donnerstag gegen 21 Uhr auf dem Campingplatz des Naturparks Hohe Wand. Da die Rufe direkt aus der Wand kamen, wurde die Bergrettung alarmiert.

13 Mitglieder der Ortsstelle Hohe Wand rückten darauf hin aus. Vom Campingplatz aus verschafften sie sich einen Überblick über die Lage. Da auch Lichtsignale zu sehen waren, konnten die in Not geratenen Personen schnell geortet werden.

Kletterer saßen fest
Wie sich herausstellte, saßen zwei Personen in einer Kletterroute am Totenköpfl fest. Das Seil der Kletterer hatte sich beim Abseilen verhängt und sie konnten nicht mehr weiter. Die bulgarischen Studenten aus Wien waren unverletzt.

Die Retter konnten zu dem 27-jährigen Mann und der 25-jährigen Frau abgeseilt werden und das Pärchen sicher aus der Wand bringen. Um 22.45 Uhr wurde der vierte Einsatz dieses Jahres beendet.

Neun Stunden Einsatz: Zwei Bergsteiger auf der Rax gerettet

Am Sonntag sind zwei Wanderer aus Ungarn auf dem Teufelsbadstubensteig auf der Rax in Bergnot geraten. Der Mann und die Frau wurden unverletzt von der Bergrettung Reichenau in einer langwierigen Bergungsaktion ins Tal gebracht. Die Rettungsaktion dauerte aufgrund der schwierigen Bedingungen bis in die Nachtstunden.

Die Wanderer waren am Vormittag über den Teufelbadstubensteig in der Hinteren Loswand (Großes Höllental, Rax) Richtung Wachthüttelkamm aufgestiegen. Auf Grund von winterlichen Verhältnisse konnte sie die Wegführung nicht mehr erkennen, sie verloren die Orientierung und kamen in steiles Felsgelände. Da sie den Weg nicht mehr selbstständig fortsetzen konnten, setzten sie einen Hilferuf ab, der um 14.00 Uhr die Bergrettung Reichenau erreichte.

16 Bergretter begaben sich sofort in das Einsatzgebiet. Die Rettung gestaltete sich schwierig da die gesamte Aktion nur mit Seilsicherung durchgeführt werden konnte. Der einsetzende Regen und Schneefall erschwerte die Hilfsmaßnahmen noch zusätzlich. Nach etwa vier Stunden erreichten die Retter die Verirrten.

Da sie unverletzt waren wurden sie in mehrstündiger Arbeit nach oben auf den Wachthüttelkamm gebracht. Nach fast neun Stunden wurden die in Not geratenen Bergsteiger sicher ins Tal gebracht. Um 22.54 Uhr konnte der Einsatz unfallfrei beendet werden.

Helmut Dittler (Bergrettung Reichenau)

Hintere Loswand

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