365 Tage im Jahr, 24 Stunden pro Tag. In Zahlen unfassbar ist,  was freiwillige Helfer für unsere Gesellschaft leisten. 

Ohne das ehrenamtliche Engagement läuft gar nichts. Allein in Niederösterreich sind tagtäglich 1.200 freiwillige Helfer der Bergrettung auf Abruf bereit. Bei ihrem Dienst am Nächsten setzen sie nicht nur viel Zeit ein, sondern auch ihre Gesundheit. Manchmal steht sogar der Job am Spiel. Und das oft unbedankt.

Der materielle Wert allen ehrenamtlichen Engagements lässt sich nicht wirklich berechnen. Mehr als klar hingegen ist, dass unsere Gesellschaft ohne ehrenamtliche Organisationen ärmer und kälter wäre und vieles ohne die zahlreichen freiwilligen Helfer nicht einen einzigen Tag funktionieren würde. Werfen wir einen Blick auf den Alltag der freiwilligen Helfer. Sie legen unbezahlbares freiwilliges Engagement an den Tag. Da Unfälle bekanntlich nicht bis nach Dienstschluss warten, passiert es immer wieder – ein Viertel der Einsätze fallen in die Arbeitszeit –, dass Ehrenamtliche von ihrem Arbeitsplatz weg in den Einsatz gerufen werden.

"Freiwilligkeit" ist im heutigen Sprachgebrauch die bessere Bezeichnung für "Ehrenamtlichkeit", welches wiederum auf Personen beschränkt ist, die ihre Dienste umsonst anbieten, die ohne Entgelt arbeiten. Das Wort "freiwillig", auf eine Person angewandt, muss nicht notwendig heißen, dass diese ohne Vergütung, wohl aber aus freien Stücken, ohne äußeren Zwang arbeitet. Auf dem Gebiet der Bergrettung verlangt der Gedanke der Freiwilligkeit, dass man nicht "gezwungenermaßen" dient, sondern auf Grund einer frei gegebenen Zustimmung. Diese Zustimmung kann die Form einer Verbindlichkeit annehmen, die ihrerseits Verpflichtungen nach sich ziehen. So sollte der "Freiwillige" zu seiner Einwilligung stehen.

Die Bergrettung übernimmt im unwegsamen Gelände, abseits von Strassen und Wegen, die rettungsdienstlichen Aufgaben. Sie stellt den Rettungsdienst in Wintersport-, Kletter- und Wandergebieten sicher. Dabei steht neben der eigentlichen Notfallversorgung des Patienten auch die Lösung der technischen Probleme eines Abtransportes im Gelände im Vordergrund.

Vor allem das sich ständig verändernde Freizeitverhalten der Bevölkerung ergibt neue Herausforderungen. Außerdem führen regionale Tätigkeitsschwerpunkte der Bergrettung zu unterschiedlichen Anforderungen.

Bergrettung bedeutet höchste Kameradschaft in den Bergen. Die Bergrettung ist damit auf dem Weg  für die Gesellschaft Vorbild hinsichtlich Freiwilligkeit und Ehrenamtlichkeit. Eine Gesellschaft ohne ein Gerüst von Menschen, die da sind, wenn Not am Mann ist, ist rettungslos verloren.

Für Niederösterreich ist das Wesen der Freiwilligkeit und Ehrenamtlichkeit von undenkbar großem Segen. Die Bergrettung ist darüber hinaus leuchtendes Beispiel dafür, dass die Achtung vor Schöpfung, Natur und Umwelt eine Selbstverständlichkeit bleiben muss.

Mitglieder im Bergrettungsdienst haben großen Anteil an unserem Gemeinschaftsleben und den Erfolgserlebnissen, die wir ihnen bei der akribischen Ausbildung, vielen Übungen und zahlreichen Einsätzen vermitteln können. Sie haben auch Anteil am positiven Image, das der ÖBRD nicht nur auf regionalen Ebenen sondern auch im In- und Ausland genießt. Dazu kommen Vorteile und immer mehr praktische wie theoretische Erfahrung für das eigene Tun im Alpinismus. 

Ein klares und deutliches Bekenntnis zu ordentlicher und zeitgemäßer Ausrüstung der Bergretter und Bergretterinnen, die unter oft unwirtlichen Bedingungen Einsatz leisten und ihr eigenes Leben riskieren ist daher eine Selbstverständlichkeit.

Kameradschaft im Bergrettungsdienst ist Leistung und Motivationsschub für Professionalität und Einsatzbereitschaft.

 

Robert Glock
Gebietsleiter Süd